Mönchengladbach: Pahlkebad: Besten in der Kritik
VON DIETER WEBER - zuletzt aktualisiert: 08.09.2007Mönchengladbach (RPO). Der CDU-Fraktionsvorsitzende soll bei der Entscheidung zur Zukunft des Bades befangen sein. Der Grund: Rolf Besten erstellte für die NVV Gutachten zum Bad. SPD und FWG sind erbost. Besten weist die Vorwürfe zurück.
Unter den vier Ingenieurbüros, die von der NVV beauftragt wurden, zu Sanierung und Neubau des Pahlkebades Gutachten abzugeben, ist auch das des CDU-Fraktionsvorsitzenden Rolf Besten. Dies sorgte bei seinen politischen Gegnern gestern für Empörung. „Wenn Gutachter und Entscheider eine Person sind, ist das anrüchig. Mir ist die Luft weggeblieben, als ich das erfahren habe“, wetterte FWG-Fraktionschef Erich Oberem. Auch SPD-Fraktionsvorsitzender Lothar Beine schimpfte: „Ich bin stocksauer. Dann hätte sich Rolf Besten im Hauptausschuss für befangen erklären müssen.“ Beide kündigten für die Ratssitzung am kommenden Mittwoch Stellungnahmen an (15 Uhr, Saal des Rathauses Rheydt).
Fronten scheinen unverrückbar
CDU-Chef Besten selbst versuchte bereits gestern, seinen Kritikern den Wind aus den Segeln zu nehmen: „Ich war nicht im Sport- und Bauausschuss, in denen das Thema Pahlkebad beraten wird. Ich habe im Hauptausschuss nur kurz gesagt, dass die Wirtschaftlichkeit bei der Entscheidung berücksichtigt werden müsse. Und im Rat werde ich mich selbstverständlich an der Abstimmung nicht beteiligen und das auch vorher deutlich erklären.“
Über die Zukunft des Pahlkebades wird seit Mitte Mai heftig diskutiert. Die Fronten scheinen unverrückbar: CDU und FDP sind für den Neubau, den die anderen Fraktionen verhindern wollen. Am 18. Mai hatte sich die NVV, die von der Stadt die kaufmännische und technische Betriebsführung der Bäder übernommen hat, zur geplanten Sanierung des Bades schriftlich gegenüber der Stadt geäußert: Damals empfahl sie, über einen Neubau nachzudenken, weil dieser wirtschaftlicher als eine Komplett-Sanierung ist. Drei Tage später dachten CDU und FDP über einen Neubau nach. Alle anderen Fraktionen erklärten bisher, erst aus der RP von diesen Plänen erfahren zu haben. Sie vermuten, dass CDU und FDP einen Wissensvorsprung hatten.
Die NVV hat vier Ingenieurbüros beauftragt, Sanierung und Neubau durchzurechnen. Auf Besten sei die Wahl gefallen, weil dessen Unternehmen alle Sparten (Elektro, Sanitär, Heinzung, Lüftung) abdecke, erklärte die NVV gestern. Alle Unternehmen seien nur in die Vorplanung eingebunden. „An den Ergebnissen ändert sich dadurch nichts. An der Entscheidung sind wir als NVV nicht beteiligt. Das ist Sache der Politik“, so NVV-Bäderexperte Armin Marx. SPD-Fraktionschef Beine wunderte sich, als er die Unterlagen der NVV studierte, die den Politikern vorliegen: „Ich habe Namen von Ingenieurbüros gefunden. Nur nicht den von Rolf Besten.“
Für diesen ist es ein Sturm im Wasserglas. „Ich habe ein Ingenieurbüro mit 28 Mitarbeitern“, sagt er: „Da kann ich es mir nicht erlauben, einen Auftrag der NVV abzulehnen.“
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