Mönchengladbach: Pahlkebad bleibt Zankapfel
VON GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 12.09.2008Mönchengladbach (RPO). In einer Sondersitzung hat sich gestern die überwiegende Mehrheit der Kommunalpolitiker für eine Sanierung des Rheydter Stadtbads ausgesprochen. Die Diskussionen um mögliche Geldverschwendungen gehen aber weiter.
Es sollte eine Mammutdiskussion werden. In der gemeinsamen Sondersitzung von der Bezirksvertretung Rheydt-Mitte, dem Sport- und dem Bauausschuss deutete sich gestern Abend zwar schnell an, dass es eine politische Mehrheit für die Sanierung des Pahlkebads gibt, aber das Thema bleibt ein politischer Zankapfel. Mehr als drei Stunden debattierten die Kommunalpolitiker über Kosten, Sanierungsschritte und vor allen Dingen die Frage: Wer ist schuld daran, dass das Rheydter Stadtbad seit nunmehr neun Monaten geschlossen ist, ohne dass sich etwas tut?
Denkmal: Leid oder Vorteil?
Die CDU glaubt, dass die SPD die Dinge erschwerte, weil sie das Bad unter Denkmalschutz stellen ließ. Die SPD ist wiederum der Ansicht, dass Rheydt ohne Schwimmbad dastehen könnte, wenn der Zweckbau nicht unter Schutz gestellt worden wäre. Die Genossen halten nämlich folgendes Szenario für möglich: altes Bad abgerissen, Neubau von der Aufsichtsbehörde untersagt – wegen der desolaten kommunalen Kassenlage.
Pahlkebad
1966 offizielle Grundsteinlegung
1969 wurde das Bad eingeweiht
2007 wurde ein drastischer Sanierungsbedarf bekannt
Januar 2008 Schließung des Bades: Risse in Betonträgern
April 2008 Eintrag in Denkmalliste
Der Kostenunterschied zwischen Neubau (6,5 bis 6,8 Millionen Euro) und Sanierung (6,7 bis 7,2 Millionen) ist zwar nicht eklatant hoch, die laufenden Betriebsmehrkosten (etwa 300 000 Euro) bereiten FDP-Leuten aber nach wie vor Bauchschmerzen. Die Grünen wollten Defizite mit energiesparenden Investitionsentscheidungen minimieren, die FWG sah Einsparmöglichkeiten in einzelnen Sanierungsschritten: „Warum eine ganze Fensterfront auswechseln, wenn auch einzelne kaputte Fenster repariert werden können.“
Die Grünen sprachen sich für ein Nutzungskonzept für das erste Obergeschoss des Bades aus, die CDU war dagegen. Schließlich fragte Rainer Brandts (CDU) nach, ob die Verwaltung nicht überprüfen könne, welche alternativen Standorte für einen Schwimmbad-Neubau in Rheydt in Frage kämen und inwieweit sich das alte Pahlkebad als Veranstaltungsort nutzen lasse?
Über drei Stunden mussten Bürger, die auf der Zuschauertribüne mit Plakaten für den Erhalt des Pahlkebades warben, auf die Abstimmungen warten. In allen drei Gremien gab es schließlich eine große Zustimmung für eine Sanierung des Bades. Wenige Gegenstimmen kamen von der FDP, einige Enthaltungen von der CDU. Jetzt fehlen noch der Beschluss des Rates und ein Okay der Bezirksregierung.
Das Letzteres notwendig sein wird, hatte Sportdezernent Dr. Gert Fischer schon vor der Diskussion klar gesagt: „Was immer hier heute auch entschieden wird, die Stadt muss es mit der Kommunalaufsicht abstimmen.“ Aber auch Folgendes hatte Fischer erklärt: „Wenn Sie sich für einen Neubau entscheiden, dann müssen wir eine Austragung des Bades aus der Denkmalliste beantragen, und ob das klappt, ist fraglich.“
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