Mönchengladbach: Pahlkebad: Drama geht weiter
VON RALF JÜNGERMANN - zuletzt aktualisiert: 05.09.2008Mönchengladbach (RPO). Drei Bäder müssen schließen, die Stadt tief in die Tasche greifen und die Schwimmer eineinhalb Jahre warten. Trotzdem soll das Pahlkebad saniert werden. Denn es geht nicht um Vernunft, sondern um Politik.
Was passiert als nächstes? Am Donnerstag, 11. September, entscheidet die Politiker über die Zukunft des Pahlkebades. Seit das Bad im April zum Denkmal erklärt wurde, ist klar, wie sie sich entscheiden: Das Bad wird nicht abgerissen und neu gebaut, sondern saniert.
Warum macht die CDU das mit? Ein Denkmal lässt sich nicht einfach abreißen. Unmöglich ist es zwar nicht. Ob das Vorhaben gelingt, ist aber mindestens fraglich – und würde wohl zwei Jahre dauern. Dazwischen liegt die Kommunalwahl. Und die CDU mag sich lieber nicht dem Vorwurf aussetzen, sie hätte den Rheydtern ihr Bad geklaut. In Rjheydt etwas zu schließen ist auch nach über 30 Jahren Wiedervereinigung aus Prinzip nahezu unmöglich. Es nährt den alten Verdacht, die Gladbacher wollten die Rheydter klein halten.
Was empfiehlt eigentlich die Verwaltung? Nichts. Sie legt den Politikern zwei alternative Beschlüsse vor und überlässt ihnen die Entscheidung. Sie hat lediglich die Fakten zu den Kosten zusammengetragen.
Und was kostet wie viel? Die Sanierung kostet demnach zwischen 6,7 und 7,2 Millionen Euro. Der Neubau zwischen 6,5 und 6,8 Millionen Euro. Der Neubau wäre also billiger. Dazu kommt, dass der Betrieb des alten Bades pro Jahr rund 300.000 Euro mehr Kosten anhäuft – wenn die Energiekosten auf dem Stand von heute bleiben. Davon geht aber niemand aus. Der Betrag wird noch höher sein.
Was sagt dazu die Bezirksregierung? Sie wird die Sanierung nicht verhindern. Aber sie wird darauf hinweisen, dass Mönchengladbach deutlich mehr Wasserfläche hat als andere Städte – und verlangen, dass die Stadt dann endlich die drei kleineren Bäder in Odenkirchen, Gardt und Morr schließt.
Können die Schwimmer dank der Sanierung schneller wieder in ihrem bad schwimmen als bei einem Neubau? Eher im Gegenteil. Bei beiden Varianten rechnet Betreiber NVV mit einer Eröffnung im Frühjahr 2010, also nach eineinhalb Jahren. Der Ablauf eines Neubaus ist allerdings besser planbar als der einer Sanierung, erst recht der eines Denkmals, die komplizierter ist.
Was sagen die anderen Parteien? In der CDU schwindet der Anteil der Hardliner, die weiter für einen Abriss kämpfen. Am häufigsten gewählte Gesprächseröffnung zu dem Thema: „Ich halte es für falsch, aber...“Die FDP will die Opposition sagen lassen, wie die Sanierung zu bezahlen ist. Grüne, SPD und FWG würden sich über die Sanierung freuen. Die FWG hält die Zahlen der NVV für falsch.
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