Mönchengladbach: Pahlkebad: Gefahr für Schwimmer?
VON DIETER WEBER UND RALF JÜNGERMANN - zuletzt aktualisiert: 20.12.2007Mönchengladbach (RPO). Noch heute werden wohl Statiker der Stadt prüfen, ob die Schwimmer im Pahlkebad wegen möglicher Risse in Betonträgern gefährdet sind. Dieser Eindruck kam gestern – plötzlich und unerwartet – während der Ratssitzung auf.
Während die Opposition forderte, das Pahlkebad müsse so lange geöffnet bleiben, bis klar ist, ob der Bau saniert oder abgerissen und neu erreichtet werden soll, beharrten CDU und FDP auf einer Schließung am 7. Januar. Der Grund: Dies sei aus Sicherheitsgründen erforderlich.
Das bestritten FWG und SPD, die Einsicht in die Gutachten der Experten hatten, vehement. Und auch Baudezernent Helmut Hormes war erstaunt. „Von aktuellen Sicherheitsmängeln weiß ich nichts. Das werden wir aber selbstverständlich sofort überprüfen“, kündigte Hormes an.
Der zuständige Vorstand des Betreibers NVV, Dr. Rainer Hellekes, sorgte gestern Abend gegenüber der RP für Karheit: „Es ist nicht so schlimm, dass wir kurzfristig handeln und das Bad schließen müssen. Aber wir müssen die Träger auf jeden Fall von einem Fachmann überprüfen lassen, wenn es saniert wird“, sagte Hellekes.
Das bedeutet: Im Pahlkebad muss das Wasser abgelassen und ein Groß-Gerüst bis zur Hallendecke aufgebaut werden. Dann ist die abgehangene Decke zu öffnen und sind die Spannbetonträger über einen längeren Zeitraum zu begutachten. Gesamtkosten: rund 300 000 Euro. NVV-Bäderexperte Armin Marx: „Man kann die Binder nicht untersuchen, ohne die Decke zu öffnen. Das kostet Zeit und Geld.“ Bevor nicht über die Zukunft des Bades entschieden ist, erscheint diese Investition der NVV AG wenig sinnvoll. Doch CDU und FDP verschoben gestern die Entscheidung, ob saniert oder neu gebaut werden soll. Es soll erst das Ergebnis der Prüfung, ob das Bad ein Denkmal ist, abgewartet werden.
Das Bad nun doch über den 7. Januar hinaus offen zu halten, würde die NVV vor Probleme stellen. Die Mitarbeiter des Pahlkebades werden in Wickrath eingesetzt, wenn das dortige Bad im Februar nach langer Umbauzeit die Türen öffnet. „Von heute auf morgen können wir das nicht mehr ändern“, sagt Hellekes. Vereine und Schulen, die das Bad nutzen, schwimmen ab Januar in anderen Gewässern. Diese Pläne waren der Stadt und der Politik seit Monaten bekannt, so die NVV.
Nun darf mit Spannung erwartet werden, was die Prüfung der städtischen Statiker ergibt. Fest steht: Schließt das Bad wie bislang geplant am 7. Januar, wird es wohl für sehr lange Zeit dicht bleiben.
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