Mönchengladbach: Pahlkebad: Oberem vermutet einen Komplott
VON DIETER WEBER - zuletzt aktualisiert: 24.06.2008Mönchengladbach (RPO). In einer Auflage von 400 Exemplaren hat die Freie Wählergemeinschaft (FWG) eine 20-seitige Hintergrund-Information zum Rheydter Pahlkebad drucken lassen. Das Heft trägt den Titel „Das Pahlkebadkomplott“ und macht nach Meinung der FWG deutlich, dass CDU und FDP ihre Neubaupläne für das Hallenbad seit Monaten gezielt anstreben.
Die FWG setzt sich mit SPD und den Grünen stattdessen dafür ein, das Pahlkebad zu sanieren. FWG-Chef Erich Oberem: „Ein saniertes Denkmal Pahlkebad ist nach unserer Meinung nicht teurer als der von CDU und FDP geforderte Neubau.“ Seine Partei werde auch nicht auf Einrichtungen verzichten: „Warum soll es den Zehn-Meter-Sprungturm mit der notwendigen Wassertiefe nicht mehr geben? Darauf werden wir nicht verzichten.“
Kritik an Jansen-Winkeln
Oberem greift dabei den FDP-Fraktionsvorsitzenden Dr. Anno Jansen-Winkeln in dessen Eigenschaft als Aufsichtsratsvorsitzender der städtischen Entwicklungsgesellschaft EWMG an. Er wirft dem Liberalen-Chef vor, den Neubau vor allem deshalb zu planen, weil dann auf dem Gelände des jetzigen Pahlkebades zusätzlicher Platz für Baugrundstücke entsteht. Wie berichtet, wird ein neues Pahlkebad kleiner ausfallen als das bestehende. Deshalb ist daran gedacht, die Freifläche für Wohnungsbau zu nutzen. Der EWMG, die für die Stadt Grundstücke vermarktet, könnte die Aufgabe zufallen, einen Interessenten zu suchen. „Ich habe den Verdacht, dass deshalb bewusst höchstmögliche Kosten für eine Sanierung berechnet wurden“, sagt Oberem.
Ebenfalls im Kreuzfeuer seiner Kritik steht Sport-Dezernent Dr. Gert Fischer. Ihm wirft Oberem vor, beim für 65 000 Euro erstellten Sportentwicklungsplan den Bäderbereich nicht berücksichtigt zu haben. „In der Stadt wird eine Bedarfsberechnung auf der Basis völlig veralteter Flächenverhältnisse gemacht. Das entspricht den heutigen Erfordernissen bei weitem nicht mehr“, sagt Oberem, der früher als Beigeordneter selbst für den Sport zuständig war.
Oberem ist überzeugt, dass es eine Finanzierungschance gibt, das Bad komplett zu sanieren – und zwar aus den Ansätzen, die für Instandhaltung und Bad-Betrieb zur Verfügung stehen. Er verweist auf 1,2 Millionen Euro, die, so hat er recherchiert, von der NVV in den vergangenen Jahren in das Bad gesteckt wurden: „Diese Investitionen wären dann für die Katz und müssten auf die Neubau-Kosten angerechnet werden, damit man einen Vergleich der Gesamtkosten für Sanierung und Neubau hat.“
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum





