Mönchengladbach: Pahlkebad ohne Zehner?
VON DIETER WEBER - zuletzt aktualisiert: 02.12.2009Mönchengladbach (RPO). Der Wasserspiegel steigt im Rheydter Stadtbad um 40 Zentimeter, weil eine Edelstahlwanne eingebaut wird. Die oberste Sprung-Plattform ist dann nur 9,60 statt zehn Meter hoch. Deshalb fordert die CDU ein neues Konzept.
Das Rheydter Pahlkebad wird denkmalgerecht saniert. Dieser Beschluss steht unabänderlich, und dafür will die überschuldete Stadt sieben Millionen Euro ausgeben. Trotzdem wird das Bad, wenn es 2011 wieder öffnet, an einer Stelle nicht mehr so sein wie vorher: Die Zehn-Meter-Plattform ist dann zwar weiterhin vorhanden, der Abstand bis zum Wasserspiegel verringert sich aber um 40 Zentimeter.
Das liegt daran, dass die NVV, die den Ablauf der Renovierung plant und koordiniert, eine Edelstahlwanne in das Becken einsetzt. Die hebt den Wasserspiegel an. Und das hat Auswirkungen auf die Sprung-Ebenen. Zehn Meter verringern sich dann auf 9.60 Meter.
Dreimal 40 Zentimeter mehr
Alle anderen Ebenen auf dem Sprungturm – drei, fünf und 7,5 Meter – werden um diese 40 Zentimeter erhöht. Nur bei der Zehn-Meter-Plattform ist dies nicht möglich, weil der Abstand zur Schwimmbad-Decke dann zu gering wird. Die Folge: Wettkämpfe von ganz oben können nicht mehr stattfinden. Es ist sogar fraglich, ob unter diesen Bedingungen der Zehn-Meter-Turm überhaupt noch einmal freigegeben wird.
Deshalb setzt sich die CDU dafür ein, dem Bad einen anderen Charakter zu geben und es zukunftsfit zu machen. Und das bedeutet: Das neue Edelstahlbecken soll so konstruiert werden, dass der Anteil der so genannten unkritischen Wassertiefe von 1,20 Metern auf rund 100 Quadratmeter vergrößert werden. Auf diese Weise könnten Nichtschwimmer das Bad besser nutzen. Mit speziellen Kursen für Kinder und Senioren ließe sich die Attraktivität des Bades außerdem deutlich steigern.
Robert Baues, sportpolitischer Sprecher der CDU: „Bald zieht nebenan noch ein Kindergarten ein. Auch für ihn wäre das ein Gewinn.“ Aus finanzieller Sicht ist diese Lösung nicht unattraktiv: Denn Schwimm- und Wasserkurse für Ältere sind sehr beliebt und bringen zusätzliches Geld in die Kasse. Selbst den Stadtsportbund weiß Baues auf seiner Seite: „Der Schwimm-Fachwart sieht das auch so und unterstützt unser Anliegen.“
Bei der NVV kann man sich damit anfreunden. Da die Edelstahlpreise niedrig sind, will NVV-Bäderexperte Armin Marx ungern auf die Wanne verzichten: „Das ist haltbarer, als wenn wir mit Fliesen kacheln ließen. Außerdem reduzieren sich die Wartungsarbeiten.“
Doch in der gestrigen Sitzung des Sportausschusses lehnte die Ampel (SPD, Grüne, FDP) dies ab. Selbst Stadtsportbund-Präsident Bert Gerkens, der für den CDU-Vorschlag ist, konnte die Mehrheit nicht umstimmen.
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