Mönchengladbach: Pikrinsäure-Alarm in 28 Apotheken
VON GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 15.08.2008Mönchengladbach (RPO). Die Chemikalie Pikrinsäure hat gestern die Polizei in Atem gehalten. 28 Notrufe gab es alleine wegen des Stoffes, der bei Austrocknung hochexplosiv wird und der zurzeit landesweit für Aufregung sorgt. Die Hilferufe kamen aber nicht aus den Chemieräumen von Schulen, sondern allesamt von Apothekern.
Sie hatten alte Pikrinsäure in ihren Beständen entdeckt. Aus Sicherheitsgründen musste die Polizei gestern Morgen zunächst die Von-Groote-Straße, die Marktstraße und die Waldhausener Straße sperren. Die Apotheken dort hatten sich als Erste über Notruf gemeldet. Anlass für die Polizei, den Vertrauensmann der Apotheker einzuschalten. Der verschickte sofort ein Rundfax. Darin wurden alle 74 Apotheken der Stadt aufgefordert, ihre Bestände zu überprüfen. Es folgten 25 weitere Notrufe.
Bei einer polizeilichen Überprüfung stellte sich jedoch heraus, dass alle Apotheker die Pikrinsäure an einem sicheren Ort aufbewahren. Nur in einem Fall musste ein Geschäft geschlossen werden. In den nächsten Tagen wird das Landeskriminalamt die Pikrinsäure entsorgen und in einigen Fällen auch sprengen. Eine Gefahr für die Bevölkerung bestehe nicht, versicherte ein Polizeisprecher gestern.
Aus den Schulen gab es bislang keine Notrufe. Wie Stadtsprecher Walter Schröders gestern mitteilte, sind alle Schulen vom zuständigen Fachbereich angeschrieben worden mit der Bitte sich zu melden, falls sie Pikrinsäure im Bestand haben. „Wir hatten keine einzige Rückmeldung“, sagte Schröders.
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