Mönchengladbach: Plötzlich fehlt Geld vom Konto
VON GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 21.05.2009Mönchengladbach (RPO). "Vielen Dank für Ihre Teilnahme am Gewinnspiel." Wer das liest, sollte vorsichtig sein, denn zeitgleich wird oft unerlaubt Geld vom Konto abgebucht. Die Verbraucherberatung befasst sich täglich mit dieser Abzockmasche.
Verbraucherzentrale
Beratungsstelle In den Räumen an der Bahnhofstraße 21 können sich Bürger zu Gewinnmitteilungen und Gewinnspielen beraten lassen.
Musterbriefe Wer nicht weiß, wie er sich verhalten soll, wenn er plötzliche eine Teilnahmebestätigung erhält, kann sich Vordrucke zum Widerruf geben lassen.
Rechtsberatung kostet 19 Euro.
Ludwig Fläth* ist 81 Jahre alt und den täglichen Telefonterror satt. Denn der Senior wird nicht nur mit unangemeldeten Firmenanrufen bombardiert, ihm wird auch regelmäßig unerlaubt Geld vom Konto abgebucht. Dass Telefonwerbung mittlerweile verboten ist, davon merkt Ludwig Fläth nichts. Und er versichert glaubhaft, dass er am Telefon keine Bankdaten preisgegeben hat. Trotzdem wurden innerhalb von zwei Monaten rund ein Dutzendmal Beträge zwischen 34,90 und 66 Euro von seinem Konto abgebucht.
Keine Daten preisgegeben
Wie die Firmen an seine Kontonummer gekommen sind, ist dem 81-Jährigen ein Rätsel. Die Abbuchungen gingen immer einher mit einem Brief: "Herzlichen Dank für Ihre Auftragsbestätigung" steht beispielsweise darin. Dabei hat der Senior nie einen Auftrag bestätigt – vor allen Dingen bei keiner Gewinnspielfirma. Die kennt er nämlich schon. Unter den Namen Lotto-Team Top-Tip, ZKV Marketing, Sofort-Rente plus, Sofort Rente Pro, Spielfox, Deutscher-Gewinn-Marathon, DSC 24 oder The Winners Club haben sie sich bei ihm gemeldet. Und fast alle von ihnen waren im Besitz seiner Kontodaten, wovon sie auch sogleich Gebrauch machten.
Zum Glück hat Ludwig Fläth in Helmut Pongs, der den Senior ehrenamtlich betreut, einen aufmerksamen Helfer. "Wir schreiben mittlerweile regelmäßig Widerrufe, kontrollieren die Kontoauszüge und lassen die unerlaubt eingezogenen Beträge wieder zurückbuchen", sagt Pongs. Das funktioniere, sei aber lästig, weil es immer wieder Arbeit bedeute. "Da wird man bestraft, obwohl man nichts getan hat", findet Pongs.
Ludwig Pongs ist kein Einzelfall. In der Verbraucherzentrale melden sich täglich Menschen mit dem gleichen Problem. "Wir haben im Moment so viele Anfragen, dass wir uns kaum noch retten können", berichtet Hanna Masuhr, Leiterin der Verbraucherberatung Mönchengladbach. Wie die Firmen an die persönlichen Bankdaten kommen, konnte bis jetzt nicht eindeutig geklärt werden. "Vielleicht sind es noch die Folgen der großen Daten-Pannen", vermutet Hanna Masuhr. Dass die ergatterten Bankverbindungen munter weiterverkauft oder gereicht werden, wird in der Beratungsstelle stark angenommen.
Auch die Briefe an Ludwig Fläth weisen daraufhin: Am 13. Februar erhielt er von der Firma "The Winners Club" ein Schreiben, die sich für die Gewinnspielteilnahme bedankte und am gleichen Tag 49 Euro seinem Konto abbuchte, am 27. März kam ein ähnlicher Brief von "DSC 24", das sich gleich mit 59 Euro von seinem Konto bediente. Das Dubiose an dieser Sache: Die scheinbar unterschiedlichen Firmen haben die gleiche Telefonnummer. Polizeisprecher Willy Theveßen rät in solchen Fällen: "Anzeige erstatten." (*Name geändet)
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