Mönchengladbach: Plötzlicher Geldsegen für Kuckels
VON DIETER WEBER - zuletzt aktualisiert: 21.12.2007Mönchengladbach (RPO). Stadtkämmerer Bernd Kuckels gehört zu den Menschen, die mit schlechten Nachrichten leben müssen. Immerhin sitzt die Stadt auf rund einer Milliarde Euro Schulden. Gestern aber bekam Kuckels ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk: Das Land kündigte rund 9,4 Millionen Euro an, die demnächst aufs städtische Konto fließen. Der Grund: Das Land muss eine Vorgabe des Verfassungsgerichts umsetzen und zu viel gezahlte kommunale Beiträge zu den Lasten der Deutschen Einheit ausgleichen. Insgesamt schüttete NRW 280 Millionen Euro für 2006 und 220 Millionen Euro für 2007 aus.
Viel Spaß am Geldsegen hat Kuckels allerdings nicht. Die exakt 9 429 862 Euro sind schneller wieder weg, als sie gekommen sind. „Wir werden Löcher stopfen“, sagte der Stadtkämmerer gestern auf Anfrage. Was das bedeutet, ist auch klar: Damit werden Kassenkredite, also kurzfristig von den Banken bereitgestelltes Geld, getilgt. Immerhin kann dies, wenn die Stadt keine neuen Schulden mehr macht, auch wieder eine Ersparnis bringen. Kuckels hat dies bereits ausgerechnet: „Bei einem Zinssatz von vier Prozent sind das rund 375 000 Euro jährlich.“ Ein bisschen hoffnungsfroher blickt er trotz des immensen Minus-Standes auch in das nächste Jahr: Denn da sind weitere Ausgleichszahlungen angekündigt. „Ich rechne damit, dass sie ähnlich hoch sind wie 2006“, sagt Kuckels. Immerhin wären dies etwa 5,3 Millionen Euro – viel Geld für die klamme Stadt.
So komisch es klingen mag: Mönchengladbach kommt da zugute, dass es ihr so schlecht geht. Denn deshalb sind die so genannten Schlüsselzuweisungen des Landes an die Städte und Gemeinden höher. Mit anderen Worten: Finanzstarke Kommunen bekommen kein Geld, Gladbach als Schulden-Stadt aber schon.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







