Mönchengladbach: Politiker wollen neue Stadtbibliothek
VON RALF JÜNGERMANN - zuletzt aktualisiert: 29.05.2009Mönchengladbach (RPO). Die Chancen für einen neuen, zentraleren Standort für die Stadtbibliothek steigen. Nachdem die CDU sich schon länger mit dem Gedanken trägt, nicht über drei Millionen Euro in die dringend nötige Renovierung des zu kleinen Gebäudes an der Blücherstraße zu stecken, spricht sich nun auch die FDP in ihrem Wahlprogramm für einen neuen Standort aus. Der soll allerdings nicht unbedingt neu gebaut werden.
"Wichtig ist uns, dass die Bibliotheken mitten im Zentrum liegen, also im Falle Gladbachs möglichst nah an der Hindenburgstraße", erklärte die Kreispartei-Vorsitzende Nicole Finger gestern. Da sich die Stadt einen Neubau, den Experten auf mindestens zwölf Millionen Euro beziffern, kaum wird leisten können, ist für die FDP auch eine Verlagerung in ein bestehendes Gebäude denkbar. Bei den Liberalen hält man zum Beispiel Haus Westland für eine Option – oder auch die neue Einkaufsgalerie, für die sich vier Investoren beworben haben.
Die FDP betont, ihr Wahlprogramm sei ausdrücklich kein Wunschkonzert, sondern mache Vorschläge, wie angesichts der drastischen Finanzlage gespart werden kann. "Wenn wir an dieser Stelle trotzdem Geld in die Hand nehmen wollen, ist das ein Gebot der Wirtschaftlichkeit: Es ist einfach unsinnig, an der Blücherstraße Millionen zu investieren", sagte der Fraktionsvorsitzende Dr. Anno Jansen-Winkeln beim FDP-Parteitag.
Aus Brandschutzgründen drängt die Feuerwehr seit längerem auf einen Umbau der Gladbacher Stadtbibliothek. Dazu kommt, dass in dem Glasbau aus den 60er-Jahren viel Geld unnötig verheizt wird. 35 000 Euro werden pro Jahr allein für Heizkosten ausgegeben. Will man dies grundsätzlich verändern, wird der Umbau inklusive des Brandschutzes rund 3,5 Millionen Euro teuer. Das Gebäude platzt zudem aus allen Nähten. Ursprünglich für rund 40 000 Medien konzipiert, können Besucher inzwischen das Dreifache an Büchern und DVDs ausleihen.
Ein weiterer Antrag des Fraktionsvorsitzenden Dr. Anno Jansen-Winkeln zum Bereich Kultur fand in der eigenen Partei keine Gegenliebe. Jansen-Winkeln hatte vorgeschlagen, das Museum Abteiberg an den Landschaftsverband Rheinland abzugeben. Dies halten seine Parteifreunde aus zwei Gründen für unsinnig: Zum einen sei es wichtig, dass die Stadt bei diesem Aushängeschild weiter die konzeptionelle Verantwortung behalte. Zum anderen sei finanziell nichts gewonnen, wenn am Ende alle Städte ihre Museen an den Landschaftsverband abgäben. Über die Umlage müssten die Kommunen sie faktisch weiter bezahlen.
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