Mönchengladbach: Polizei-Neubau gefährdet?
VON DIETER WEBER - zuletzt aktualisiert: 08.09.2010Mönchengladbach (RPO). NRW-Planer warten dringend auf ein Signal aus Gladbach, um mit dem Neubau des Polizeipräsidiums in Neuwerk zu beginnen. Gestern vertagte der städtische Bauausschuss das Thema. Die Politiker wollen den Vertrag studieren.
Das Gelände
Grundstück Das gesamte Grundstück, das der BLB im Vorjahr gekauft hat, ist 63 000 Quadratmeter groß
Polizei Sie belegt allerdings nur einen Teil des Geländes
Gewerbe Es gibt noch zwei kleinere Gewerbegebiete, die separat vermarktet werden
Die beiden Planer aus der Duisburger Zweigstelle im Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) NRW schauten bekümmerten drein. Hatten sie doch gestern mit Engelszungen geredet, um Mönchengladbachs Baupolitiker davon zu überzeugen, eine rasche Entscheidung über den Neubau des Polizeipräsidiums an der Krefelder Straße in Neuwerk zu fällen. Nach der Ratssitzung am 22. September sollte nach ihrem Wunsch alles über die Bühne sein. Wenn nicht, sei das ganze Projekt gefährdet, erklärten sie. Immerhin ist es eine Gesamtinvestition von rund 30 Millionen Euro.
Und was tun Gladbachs Experten? SPD, FDP, Grüne und FWG traten gestern auf die Bremse und vertagten das Thema. Der Grund: Sie wollen erst den Vertrag studieren, den BLB und Stadt abschließen und der zum Beispiel regelt, wie die Krefelder Straße den zusätzlichen Verkehr verkraftet. Am Ende "fiel" auch noch der – städtische – Technische Beigeordnete Andreas Wurff den beiden BLB-Planern in den Rücken: Es sei ausreichend Zeit, wenn der Bau- und Planungsausschuss erst bei seiner nächsten Sitzung im Oktober endgültig darüber befinde. Und bis dahin sei der sogenannte städtebauliche Vertrag, der dies alles festlegt, sauber formuliert.
Haare in der Suppe
Man erinnert sich: Der BLB hatte schon einmal Druck auf städtische Politiker ausgeübt, schnell zu einer Entscheidung über den Bau des neuen Polizeipräsidiums zu kommen. Das war vor fast genau drei Jahren. Damals fanden Gladbachs Politiker die Pläne insgesamt gut, aber dennoch ein Haar in der Suppe. Die Zahl von seinerzeit 220 Parkplätzen für Dienstfahrzeuge und Privat-Pkw war ihnen viel zu gering. Das hat der BLB inzwischen geändert. 441 Stellplätze hält der Komplex vor, wenn beide Bauabschnitte verwirklicht sind und die Polizei ihr jetziges Präsidium an der Theodor-Heuss-Straße komplett aufgegeben hat. Denn daran ließen die BLB-Planer gestern keinen Zweifel: Die Tage der derzeitigen Polizei-Zentrale, bei der ein Großteil der Bauten aus dem Jahr 1936 stammt, sind gezählt.
Aber: Bis die Polizei die Umzugskartons packt, wird noch viel Zeit vergehen. Der erste Bauabschnitt ist für Ende 2011 bis Ende 2013 terminiert. Und für den zweiten, der "möglichst schnell kommen soll", gibt es noch keine konkrete Zeitplanung. Als Fragen zum städtebaulichen Vertrag auch von der Verwaltung nur unzureichend beantwortet werden konnten, legte FWG-Fraktionschef Bernd Püllen den Finger in die Wunde. Er fragte nach der Verkehrsplanung, erhielt nur ausweichende Antworten und wunderte sich: "Die Vorlage der Stadtverwaltung stammt von Ende Juli. Das hätte doch alles längst geregelt sein können."
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