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Mönchengladbach: Post hat mehr Konkurrenten als Bude

VON RALF JÜNGERMANN - zuletzt aktualisiert: 07.04.2008

Mönchengladbach (RPO). Herausforderer Norbert Post (CDU) hat bei der Oberbürgermeister-Wahl im kommenden Juni möglicherweise einen bedeutsamen Nachteil gegenüber Amtsinhaber Norbert Bude (SPD). Mit Erich Oberem (FWG) und Dr. Anno Jansen-Winkeln (FDP) wird es zwei Konkurrenten aus dem bürgerlichen Lager geben. Beide bestätigten gegenüber der RP, dass sie in jedem Falle antreten werden.

 Foto: Isabella Raupold
Foto: Isabella Raupold

Im linken Lager zögern derweil sowohl die Grünen als auch die Linken noch damit, einen eigenen Kandidaten zu benennen. Ein Grund: Sie möchten, dass Bude Oberbürgermeister bleibt. Da 2009 erstmals ein einziger Wahlgang darüber entscheidet, wer Stadtspitze wird, ist die Frage, was die kleinen Parteien machen, bedeutsamer als früher.

Dr. Anno Jansen-Winkeln (FDP) schlägt alle Hintertürchen zu: „Dazu gibt es von mir eine ganz klare Aussage: Die FDP tritt in jedem Falle mit eigenem Kandidaten an.“ Das wisse auch der Koalitionspartner CDU. „Politik wird zunehmend über Personen wahrgenommen“, begründet Jansen-Winkeln die FDP-Festlegung.

 Foto: Isabella Raupold
Foto: Isabella Raupold

Das kann Erich Oberem (FWG) nur bestätigen. Bei der letzten Kommunalwahl verzichtete die Freie Wählergemeinschaft auf einen eigenen Kandidaten. „Aus reiner Anständigkeit, weil ich wegen der Altersgrenze nur eineinhalb Jahre im Amt hätte bleiben können“, sagt Oberem. Das kostete die FWG im Vergleich zur vorausgegangenen Wahl zwei Mandate. Die Altersgrenze ist inzwischen aufgehoben worden – und Oberem tritt an. Er sei schließlich der einzige der Kandidaten, der Verwaltungserfahrung habe, so der frühere Dezernent.

Derart deutliche Aussagen gibt es auf der anderen Seite des politischen Spektrums nicht. „Bei uns ist noch alles denkbar“, sagt Karl Sasserath, Fraktionssprecher der Grünen. Auch, dass man keinen eigenen Kandidaten aufstellt, sei eine mögliche Variante. „Wir sind uns natürlich auch dessen bewusst, dass das ganz entscheidend sein kann für die Frage, wer Oberbürgermeister wird“, so Sasserath.

„Mir wäre Bude lieber“

Helmut Schaper (Linke) wird noch deutlicher. „Mir wäre Bude lieber als Post“, sagt er – allerdings ausdrücklich als Privatperson. Die Partei habe sich noch nicht mit der Frage beschäftigt. Schaper selbst ist aus prinzipiellen Gründen gegen die Nominierung eines eigenen Kandidaten. „Meiner Meinung nach ist unsere Rolle die der Opposition. Insofern sollten wir nicht den Anspruch erheben, Macht zu übernehmen“, so das Vorstandmitglied der Linken.

Sasserath ist sich bewusst, dass ein Verzicht auf einen OB-Kandidaten die Grünen bis zu zwei Ratssitze kosten würde. Darum sei die Entscheidung ja so spannend. „Wir müssen uns schon fragen: Was geben wir dafür auf?“

Quelle: RP

 
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