Mönchengladbach: Preise für Wohnhäuser sinken
VON SVEN DURGUNLAR - zuletzt aktualisiert: 18.07.2009Mönchengladbach (RPO). Vor allem alte Ein- und Zweifamilienhäuser sowie Eigentumswohnungen sind in Mönchengladbach immer günstiger zu erwerben. Am meisten nachgefragt sind dagegen Neubauten mit energiesparender Wärmedämmung.
Es ist nicht das einzige Schild dieser Art in der Gegend. "Zu verkaufen" steht in großen Lettern vor dem schmucken großen Haus am Bunten Garten. Doch Käufer für große alte Immobilien wie diese lassen sich immer schwerer finden. Ein Trend, der in der Analyse von Architekten, Stadtverwaltung und Immobilienmaklern deutliche Spuren hinterlässt: sinkende Preise für Altbauten in Mönchengladbach.
Laut dem aktuellen Grundstücksmarktbericht der Landesregierung sind NRW-weit die Marktpreise für Eigentumswohnungen und Ein- und Zweifamilienhäuser um rund zwei Prozent gesunken. In Mönchengladbach sind es vor allem Immobilien mit einem Preis von unter 100 000 Euro, die gefragt sind. Doch höherwertige Bauten in Gladbach und vor allem in Rheydt, auch in gehobener Lage, sind schwer zu vermitteln.
Immobilienpreise
Laut aktuellem Grundstücksmarktbericht der Landesregierung ist der Verkauf an Immobilien im vergangenen Jahr um ein Prozent gesunken.
Entgegen dem Vorjahr verringerte sich der Geldumsatz
bei Mehrfamilienhäusern um 11 Prozent
bei Gewerbeobjekten um acht Prozent und
bei Büro- und Geschäftshäusern um 31 Prozent.
"Deutlicher Nachfrage-Rückgang"
"Es gibt einen deutlichen Rückgang der Nachfrage nach alten Häusern", sagt Jörn Schlein, Vorsitzender des Gutachterausschusses der Stadt. Den Grund für den Wertverlust vieler Häuser sehen Experten im existierenden Überangebot. Viele Kinder haben nach dem Auszug aus dem Elternhaus in anderen Städten Wurzeln gefasst und wollen die geerbten Häuser ihrer Eltern zu Geld machen, erläutert Architekt Burkhard Schrammen.
Die Folge: Das Angebot ist größer als die Nachfrage. "Es gibt zu viele Immobilien auf dem Markt", sagt Petra Laumen, Geschäftsführerin der Eigentümervereinigung Haus und Grund. Ein Problem, das nicht nur Gladbach betrifft, sondern in vielen anderen Städten und Gemeinden am Niederrhein bekannt ist. In Krefeld ist der Wertverlust von Reihenhäusern sogar deutlich größer als in Gladbach. Entscheidend für den Wert eines Hauses ist zwar nach wie vor die Lage. Allerdings gewinne die Energie-Effizienz eines Hauses zunehmend an Bedeutung, sagt Immobilien-Experte Schlein. "Wenn sich Leute heutzutage ein Haus kaufen, dann meist Neubauten mit moderner Wärmedämmung." Ein Trend, den Makler Emanuel Baur von "Engel & Völker" bestätigt. "Viele Käufer fragen sich, wie viel in ein älteres Haus nach dem Erwerb investiert werden muss, um es energieeffizient nach heutigen Richtwerten zu gestalten", sagt Baur. Vor allem rund um den Schmölderpark und am Bunten Garten sei zu beobachten, dass große alte Anwesen schwerer zu verkaufen seien.
Der Wertverlust trifft aber nicht nur Einfamilienhäuser, sondern auch Eigentumswohnungen sind für Makler momentan schwer zu vermitteln. 2008 sank laut Grundstücksmarktbericht der Stadt die Nachfrage nach Wohnungen im Vergleich zum Vorjahr um 17,3 Prozent. Mit einem durchschnittlichen Kaufpreis von 1900 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche liegt Mönchengladbach damit im unteren Drittel im Regierungsbezirk Düsseldorf – hinter Dinslaken, Viersen und Moers.
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