Mönchengladbach: "Pro-NRW" gründet Kreisverband Gladbach
VON RALF JÜNGERMANN - zuletzt aktualisiert: 06.05.2009Mönchengladbach (RPO). Die rechtspopulistische Bewegung "Pro-NRW" erwägt, in Mönchengladbach bei den Kommunalwahlen anzutreten. 22 Mitglieder und 112 Interessenten hat der am Wochenende gegründete neue Kreisverband Mönchengladbach/Viersen bereits. Noch im Mai soll die Entscheidung fallen, ob die Partei versuchen wird, in den Mönchengladbacher Rat einzuziehen. Pro NRW hatte durch den Versuch, einen Anti-Islamisierungskongress in Köln abzuhalten, für Aufsehen gesorgt. Der nordrhein-westfälische Verfassungsschutzbericht beobachtet die Bewegung wegen des Verdachts der rechtsextremen Bestrebung. Entsprechend besorgt reagiert das Mönchengladbacher Bündnis "Aufstehen für Menschenwürde" auf die Neugründung.
Stärkere Polizeipräsenz für mehr Sicherheit, Sprachkurse auch für Migranten und Kampf gegen Korruption sind klassische Ziele von "Pro-NRW", die der Kreisverband Mönchengladbach/Viersen verfolgt. Dazu kommen lokalpolitische Themen. Sowohl zum Pahlkebad als auch zu Einkaufsgalerie und Theater will die Bürgerbewegung Stellung beziehen. Das kündigte gestern Arwed Gahlen, der die Pressearbeit koordiniert, an. Die stellvertretende Vorsitzende Renate Willms werde laut Gahlen nur dann bei der Kommunalwahl antreten, wenn sie kompetente Mitstreiter finde. Das Gros der 22 Mitglieder sei noch nie parteipolitisch in Erscheinung getreten. Aus rechtsextremen Parteien stamme kein einziges Mitglied, versichert Gahlen.
Willms unterhielt enge Kontakte zum österreichischen FPÖ-Landeshauptmann Jörg Haider. Mit dem "Pro-Köln"-Vorsitzenden Markus Beisicht soll sie politisch konform gehen. Er war früher bei den Republikanern. Renate Willms saß bereits seit längerem als Beisitzerin im Landesvorstand von "Pro-NRW". "Wir kennen die Dame sehr gut", sagt Ferdinand Hoeren, Sprecher des Bündnisses "Aufstehen für Menschenwürde". Er sorgt sich um die politische Kultur in der Stadt – erst recht angesichts der traditionell niedrigen Wahlbeteiligung. "Möglicherweise haben wir am Ende sogar zwei rechte Gruppierungen im Rat sitzen", so Hoeren. Das Bündnis will nach der Europawahl mit Veranstaltungen und Aktionen aufklären.
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