Mönchengladbach: Professor wehrt sich, Rektor verurteilt Asta
VON INGE SCHNETTLER - zuletzt aktualisiert: 17.12.2009 - 10:44Mönchengladbach (RPO). Der Sozialmediziner Professor Wolfgang Grundl von der Hochschule Niederrhein hat heute eine Erklärung abgegeben. Er wendet sich darin gegen die Vorwürfe, die Studenten des Fachbereichs Sozialwesen gegen ihn erhoben haben.
Homosexualität sei nie Thema seiner Vorlesung „Einführung in die Psychiatrie” gewesen, so Grundl. Im Rahmen der Diskussion unterschiedlicher Krankheitsdefinitionen sei dabei auch die Frage nach Homosexualität aufgeworfen worden. „Eine Therapie homosexueller Orientierung ist von mir nie angeboten worden”, betont der Dozent.
Mit dem Verweis auf die Verfolgung unterschiedlicher Minderheiten im „Dritten Reich” sollte die Auffassung der Medizin der Gegenwart als Kontrapunkt verdeutlicht werden. „Meines Erachtens ist es ein Erfolg der Aufklärung, dass Krankheit nicht mehr mit moralischen Wertungen identifiziert wird. Kranke sind per se nicht moralisch verwerflich.”
Und weiter heißt es: „Es lag mir fern, ethnische Minderheiten (Niederbayern, Franken, Buschmänner und Schweizer) abzuwerten.” Außerdem bringt der Professor sein Bedauern zum Ausdruck, „sollten meine Aussagen missverstanden worden sein. Wer auch immer sich verletzt gefühlt haben mag, eine Herabsetzung war von mir nie beabsichtigt worden”.
Gute Kommunikation
Die vorgebrachte Kritik an angeblichen Äußerungen Professor Grundls hatte das Präsidium der Hochschule zum Anlass für eine Evaluierung seiner Lehrveranstaltungen genommen. Das Ergebnis der Studenten-Befragung sei eindeutig positiv zu bewerten, so die Hochschule. Die Qualität der Lehrveranstaltungen sei im Vergleich zum Fachbereichsmittelwert gut bis sehr gut.
Die Studenten hätten die gute Kommunikation zwischen Lehrenden und Studierenden hervorgehoben. Die Schwächen, welche in den evaluierten Lehrveranstaltungen genannt wurden, bezogen sich auf die Organisation und die Didaktik und Rhetorik.
Das Präsidium der Hochschule Niederrhein sieht aufgrund der Erklärung Professor Grundls und des Evaluierungsergebnisses keinen Handlungsbedarf. Es kritisiert aufs Schärfste die Art und Weise, wie die Studentenvertretung (Asta) offensichtliche Missverständnisse und Fehlinterpretationen von Äußerungen Grundls durch einzelne Studierende zur Stimmungsmache gegen den Lehrenden und die Hochschule insgesamt einsetzt.
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