Mönchengladbach: Protest gegen Schulschließung
VON INGE SCHNETTLER - zuletzt aktualisiert: 18.11.2009 - 19:34Mönchengladbach (RPO). Die Schüler der Hauptschule Eicken wehrten sich am Mittwoch lautstark gegen die geplante Schließung ihrer Schule. Eng wird es auch für die Grundschule Waldhausener Höhe. Hier wurden zu wenige Kinder angemeldet.
Die Sitzung des Schul- und Bildungsausschusses begann am Mittwochabend mit Verspätung. Der Grund: Etwa 100 Schüler und etliche Lehrer der Gemeinschaftshauptschule Eicken protestierten im Gladbacher Rathausinnenhof lautstark und mit großen Plakaten gegen die beabsichtigte Schließung ihrer Schule.
„Für alles habt ihr Geld - für uns nicht!”, hatten sie auf große Pappen geschrieben. Und: „Wer fragt eigentlich uns?” Über Megaphon riefen sie den Politikern, die sich oben im Sitzungssaal versammelt hatten, ihre Forderungen zu. „Man hat die Schule jahrelang totgeredet”, sagte einer der Schüler. „Deshalb fällt es den Politikern jetzt so leicht, sie auszulöschen.”
Neustrukturierung
Vorlage Auf 65 Seiten hat de Verwaltung statistisches Material über alle Schulformen niedergelegt.
Knackpunkte sind die geplante Schließung von drei Hauptschulen und die Erweiterung des Gesamtschul-Angebotes.
Entscheidung am 2. Dezember
Eicken, Wickrath, Giesenkirchen
Die Einladung an der Sitzung teilzunehmen, nahmen die Schüler an. Auf dem Teppich zwischen den U-förmig angeordneten Tischen nahmen sie Platz und folgten den Diskussionen des Ausschusses mit großer Konzentration. Sie mussten hören, dass es ihrer Schule mit großer Wahrscheinlichkeit an den Kragen gehen wird.
„Wir müssen drei Hauptschulen schließen, um die übrigen drei zu stärken und damit zu retten”, sagte Schuldezernent Dr. Gert Fischer.
Neben Eicken sind die Hauptschulen in Giesenkirchen und Wickrath betroffen. Der Ausschussvorsitzende Ulrich Elsen beruhigte die anwesenden Jugendlichen: „Eure Schule wird nicht von heute auf morgen zugemacht, sie wird langsam auslaufen. Ihre werdet alle noch euren Abschluss in Eicken machen können.”
Für die Katholische Grundschule an der Waldhausener Höhe zeichnet sich ab, dass sie sich nicht wird halten können. Bisher wurden erst 16 Kinder angemeldet, für die Bildung einer Eingangsklasse sind 18 Anmeldungen nötig. „Wir müssen noch abwarten, bevor wir definitiv entscheiden können”, sagte Gert Fischer. „Denn bisher sind noch etwa 100 Kinder gar nicht angemeldet worden.”
An der Gemeinschaftsgrundschule Beckrath werden ausnahmsweise drei erste Klassen gebildet, um keines der 71 angemeldeten Kinder abweisen zu müssen. Abweisen mussten allerdings die Gemeinschaftsgrundschulen Windberg und Hockstein und die Montessori-Grundschule.
Die Ausschussmitglieder haben nun zwei Wochen Zeit, sich mit der Vorlage der Verwaltung zu beschäftigen. Auf der nächsten Sitzung am 2. Dezember müssen sie ihre Entscheidungen treffen. Und dann wird der Stadtrat am 16. Dezember das letzte Wort haben.
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