Mönchengladbach: Proteste gegen L 19-Pläne
VON INGE SCHNETTLER UND RALF JÜNGERMANN - zuletzt aktualisiert: 16.12.2009Mönchengladbach (RPO). Was die einen freut, verärgert die anderen. Die aktuell favorisierte Trassenführung der Ostumgehung L 19 sorgte am Dienstag für viele Diskussionen. Vor allem die Bewohner der tangierten Ortschaften fordern mehr Informationen.
Marion Piontek ist verhalten optimistisch. "Wenn es so kommen sollte, wie wir es in der Rheinischen Post gesehen haben, sind wir froh", sagt sie. "Dann hätten wir unser Ziel endlich doch noch erreicht."
Jahrelang haben sie und ihre Nachbarn für eine Umgehungsstraße um ihren Wohnort Ruckes gekämpft. Immer wieder gab es Versprechen von den kommunalen Politikern, immer wieder wurden die lärmgeplagten Anwohner vertröstet. Die jetzt favorisierte neue Trassenführung würde in Ruckes für Ruhe sorgen. Vor allem die Laster könnten demnächst bequem und schnell um den kleinen Ort herumgelenkt werden.
Bürgerbeteiligung
Bürger Sie werden sowohl beim Linienbestimmungs- als auch beim Planfeststellungsverfahren beteiligt.
Unterlagen Die Planung wird einen Monat lang zur Einsicht ausgelegt.
"Wir werden uns wehren"
Was die Anwohner an der Durchfahrt durch Ruckes freut, sorgt schon wenige Meter weiter für Ärger. "Demnächst fahren die Autos an unseren Gärten vorbei", ärgert sich Hans Peter Hensen. Er lebt an der kleinen Straße Eiger mit Blick aufs Feld. In Sichtweise verläuft die nun angedachte Trasse der L 19.
"Wenn es wirklich so kommen sollte, werden wir uns wehren", kündigt er an. Die Bewohner von Eiger und die Nachbarn von der Buschbellstraße und der Emondstraße hatten immer schon mit Argwohn auf die Aktivitäten in Ruckes gesehen. "Ich bin auch sicher, dass die Schelsener sich gegen die Trasse wehren werden", sagt Hensen.
Damit könnte er durchaus Recht haben. Peter Berghausen, dessen Haus unmittelbar an der geplanten Strecke am Ortseingang von Schelsen steht, ist total sauer. "Wir werden dann von Giesenkirchen abgekapselt, das widerspricht jeder Vernunft. Wir gehören doch zusammen", sagt er.
Die Bürgerinitiative "Nein zur L 19" ist froh über das vorgestellte Zwischenergebnis. Sprecher Frederick Skupin: "Nachdem wir drei Jahre durch Höhen und Tiefen gegangen sind, freuen wir uns, dass die Umgehung auf der Trasse der A 44 kaum noch Chancen hat." Es sei noch zu früh, um sich festzulegen, welche der anderen Trassen die geringste Beeinträchtigung für Mensch und Natur bringe, so Skupin. Das sieht auch Frank Boss (CDU) so.
"Rot-Grün haben im Wahlkampf behauptet, die Trasse stehe längst fest. Jetzt bestätigt sich, was wir immer gesagt haben: Alles ist offen", so der frühere Bezirksvorsteher von Giesenkirchen. Die Sorgen der möglicherweise betroffenen Bürger müsse man sehr ernst nehmen. Horst-Peter Vennen (SPD), Vorsitzender des Planungsausschusses, ist überzeugt, dass noch viele wichtige Details zu regeln sind. "Zum Beispiel müssen wir uns anschauen, wie das mit dem Tunnel in Schelsen gehen soll", so Vennen.
Auch aus Jüchen und Korschenbroich könnte Protest kommen. Aber dort will man sich zunächst umfassend informieren und sich erst dann äußern.. Dem Korschenbroicher Bürgermeister, Heinz Josef Dick, ist vor allem der vernünftige Anschluss der L 19 an die L 31 wichtig, ohne dass Neersbroich dadurch belastet werde.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







