Mönchengladbach: Rathaus für 30 Millionen?
VON DIETER WEBER - zuletzt aktualisiert: 14.03.2009Mönchengladbach (RPO). Ein Neubau des Rheydter Rathauses kostet 30, eine Sanierung 18 Millionen Euro: Diese Zahlen nennt ein Gutachten der Verwaltung. CDU und FDP sind unzufrieden: Der Entwurf reiche nicht, weil ein Raumkonzept fehle.
Denkmalschutz
Denkmal Gibt es einen Neubau, bleiben das "Alte Rathaus" und das "Königliche Bezirkskommando": Beide Gebäude stehen unter Denkmalschutz.
Rheydt-Mitte Mit dem Thema beschäftigt sich die Bezirksvertretung am Mittwoch, 17. März, 17 Uhr, Rathaus Rheydt.
Ein neues Rathaus für Rheydt: Dieser Vorstoß von CDU und FDP erhitzte vor einigen Monaten die Gemüter. Nicht bezahlbar, hieß es von den Kritikern. Dabei war allerdings von einem kompletten Neubau nie die Rede. Christdemokraten und Liberale, damals noch in trauter Kooperation vereint, wollten die Bausubstanz aus den 50er Jahren im hinteren Teil des Rathauses abreißen und durch eine wirtschaftlichere, den heutigen Anforderungen an Energietechnik und Effektivität entsprechende Lösung ersetzen. Und sie wollten das Vorhaben nur dann anpacken, wenn dies der Stadt weitere Vorteile bringt: So zum Beispiel, wenn sie die auf viele Standorte verteilte Stadtverwaltung auf einige wenige konzentrieren kann.
Inzwischen liegt eine erste Standortuntersuchung vor – und die entspricht nicht den Erwartungen, die CDU und FDP haben. Die beiden Fraktionen haben die per Vertrag vereinbarte Zusammenarbeit im Rat inzwischen zwar ausgesetzt, vertreten aber beim Rathaus-Neubau weiterhin eine ähnliche Linie. Beide bezeichnen das Gutachten der städtischen Planer als unzureichend. "Da ist das jetzige Raumprogramm 1:1 übernommen worden. Dafür brauchen wir kein neues Rathaus zu bauen. Das rechnet sich erst, wenn tatsächlich deutlich Platz eingespart wird. Der Entwurf, der uns jetzt vorgelegt wurde, bietet nicht die Grundlage für eine Entscheidung", kritisiert FDP-Fraktionschef Dr. Anno Jansen-Winkeln. Etwas moderater drückt sich CDU-Fraktionsvorsitzender Rolf Besten aus: "Wir brauchen erst einen Plan zur Organisationsstruktur der Verwaltung. Dann ist ein Raumkonzept notwendig. Und wenn am Ende tatsächlich gebaut wird, kann dies nur in Etappen geschehen." Er stellt aber auch klar: "Die CDU hält einen Neubau für wirtschaftlicher als eine Sanierung der Altgebäude."
Die Gesamtkosten sprechen auf den ersten Blick eine andere Sprache. Auf rund 30 Millionen Euro beziffert die Verwaltung die Kosten für einen Rathaus-Neubau und teilt ihn auf sechs Bauabschnitte auf. Ist der Neubau fertig, kann die Stadt mehrere Standorte aufgeben: Daraus ergibt sich ein jährliches Einsparpotenzial von rund 900 000 Euro. Die Gebäude Hauptstraße 162-168 und Mevissenhof 42 kann sie verkaufen: Der Buchwert liegt derzeit bei rund 1,1 Millionen Euro.
Wenn die Stadt die vorhandenen Gebäude sanieren will, muss sie dafür rund 18 Millionen Euro aufbringen. Dabei wird zwar gedämmt und werden neue Fenster eingebaut. Trotzdem ist das Energie-Einsparpotenzial deutlich geringer. Noch ein Nachteil: Die Sanierung führt nicht dazu, dass moderne Bürostrukturen geschaffen werden. Und dies schränkt die Möglichkeit ein, mehrere Verwaltungsstandorte aufzulösen und im Rheydter Rathaus zu konzentrieren.
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