Mönchengladbach: Refresco setzt auf Wachstum
VON GARNET MANECKE - zuletzt aktualisiert: 24.08.2010Mönchengladbach (RPO). Der Mönchengladbacher Safthersteller Refresco baut sein Geschäft aus. Mit dem Kauf des Unternehmens SDI, Spezialist für kohlensäurehaltige Getränke, werden Umsatz und Mitarbeiterzahl nahezu verdoppelt.
Der Markt für Fruchtsäfte ist rückläufig: Die Preise für Konzentrate sinken, die Verkaufspreise für fruchtsafthaltige Getränke fallen, dazu kommt ein harter Preiskampf der Discounter. Immer mehr Nachfrage erfahren hingegen kohlensäurehaltige Erfrischungsgetränke wie Limonaden und Wasser mit oder ohne Fruchtsaftzusätzen.
Für das niederländische Unternehmen Refresco, Hersteller von Fruchtsaftgetränken, ist es daher nur konsequent, das eigene Produktportfolio in Deutschland mit dem Zukauf anderer Unternehmen zu ergänzen. Dafür hat Hans Roelofs, CEO von Refresco, rund 200 Millionen Euro bereitgestellt. Die deutsche Niederlassung, deren Hauptsitz in Mönchengladbach ist, hat mit der Akquisition von SDI, einem deutschen Hersteller kohlensäurehaltiger Erfrischungsgetränke und Wasser, die Einkaufstour eröffnet.
Refresco Deutschland
Produktion In Herrath hat Refresco im Jahr 2000 den Fruchtsafthersteller Krings übernommen. Zudem gibt es in Deutschland in Uelzen, Grünsfeld und Dachwig Produktionen.
Mitarbeiter Refresco Deutschland beschäftigt 385 Mitarbeiter, SDI hat 350 Mitglieder.
Umsatz Refresco International erreichte 2009 einen Umsatz von 1,14 Milliarden Euro, davon steuerte die deutsche Tochter 240 Millionen Euro bei.
Preisgetriebener Markt
Mit dem Kauf, der von der deutschen Kartellbehörde noch freigegeben werden muss, baut Refresco Deutschland seine Position als einer der Marktführer im Segment alkoholfreier Erfrischungsgetränke weiter aus. 2009 erreichte das Unternehmen einen Umsatz von 240 Millionen Euro und hält damit einen Marktanteil von 15 bis 20 Prozent. SDI kam bei einer Produktion von etwa 1,1 Milliarden Einheiten auf einen Umsatz von insgesamt 153 Millionen Euro.
"Der Markt ist sehr stark preisgetrieben", sagt Markus Brettschneider, Geschäftsführer von Refresco Deutschland. Die Konsumenten greifen verstärkt zu Getränken mit einem geringeren Fruchtsaftanteil, weil deren Preise geringer sind. So ist der Absatz von Schorlen und Limonaden in den vergangenen Jahren stetig gestiegen.
"Die Akquisition von SDI ist deshalb eine sinnvolle Ergänzung für uns, weil wir diese Produkte gar nicht haben", betont Brettschneider. Dass Produktionslinien verlegt werden könnten oder Mitarbeiter bei der Fusion der Unternehmen um ihren Arbeitsplatz fürchten müssen, schließt Brettschneider aus.
"Die Werke beider Unternehmen haben komplett unterschiedliche Produktionsarten", betont er. Der SDI-Standort Erftstadt sei auch für die Durchschlagskraft des Unternehmens im Markt wichtig. Mit SDI übernimmt Refresco auch die Firma Logico, die für die Lagerverwaltung und -abwicklung von SDI zuständig ist.
Der Markt für nichtalkoholische Getränke ist in Deutschland stark segmentiert. Wasser ist auf dem deutschen Markt das beliebteste Produkt. 2009 wurde ein Absatz von rund 1,5 Milliarden Litern erreicht.
An zweiter Stelle folgen Süßgetränke mit Kohlensäure wie Limonaden, Cola und Mixgetränken. Erst an dritter Stelle steht der Absatz von fruchthaltigen Getränken wie Fruchtsäften, stillen Fruchtsaftgetränken und Fruchtnektaren. Refresco Deutschland stand 2009 im Absatz-Ranking auf dem vierten Platz der größten Fruchtsaft-Getränkeanbieter.
Während Refresco außerhalb Deutschlands bereits im Markt für kohlesäurehaltige Getränke aktiv ist, fehlte der deutschen Tochter dieses Segment. Mit dem Kauf ist die Lücke gefüllt. Refresco steigt damit in Deutschland unter die ersten Drei aller Getränkehersteller für nichtalkoholische Getränke im Bereich Handelsmarken auf.
In Deutschland produziert das Unternehmen an den vier Standorten Herrath, Uelzen, Grünsfeld und Dachwig jährlich rund 800 Millionen Einheiten an Fruchtsäften, Nektaren, Dirketsäften, Fruchtsaftgetränken, Eistees, stillem Mineralwasser, Kindergetränken und stillen Schorlen. Kerngeschäft ist die Herstellung von Handelsmarken und die Auftragsproduktion für die Industrie. Insgesamt gibt es in den deutschen Werkshallen 20 Abfülllinien für Karton- und PET-Verpackungen.
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