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Mönchengladbach: Rettet Schloss Rheydt, Teil 2

VON RALF JÜNGERMANN - zuletzt aktualisiert: 13.10.2007

Mönchengladbach (RPO). Die Unternehmensberatung Rödl & Partner stellt das Museum Schloss Rheydt in Frage. Das entsetzt alle, die im Förderverein für die Restaurierung kämpften. Politisch dürfte die Idee nicht durchzusetzen sein.

Vorerst ist es nicht mehr als eine Empfehlung. Museen seien eine freiwillige Leistung. Und ob eine Stadt mit so hohen Schulden gleich zwei Museen brauche, „erscheint fraglich“, heißt es in dem Spargutachten. Weiter steht in dem Abschlussbericht: „Rödl & Partner empfiehlt eine eingehende Untersuchung der Notwendigkeit des Museums Schloss Rheydt. Mit einer Schließung des Museums ließen sich Mehreinnahmen durch die Vermietung erzielen.“

Damit ist die Empfehlung etwas vorsichtiger als die beim Theater. Das raten Rödl & Partner in jedem Fall zu schließen, um rund zwölf Millionen Euro einzusparen. Es sei zu überlegen, heißt es im Abschlussbericht lapidar, ob es für die Theatergänger nicht zumutbar ist, „auf die umliegenden Theater, zum Beispiel in Düsseldorf, zurück zu greifen“.

Info

Zehn Jahre Sanierung

Förderverein Vor fast 20 Jahren drohte das Herrenhaus, einzustürzen. Es wurde geschlossen. Der Förderverein gründete sich unter dem Vorsitz des damaligen Oberbürgermeisters Heinz Feldhege.

Sanierung Zehn Jahre lang wurde saniert. Kosten 21 Millionen Mark. 80 Prozent kamen vom Land.

Doch allein die in den Raum gestellte Idee, das Museum Schloss Rheydt in Frage zu stellen, sorgte gestern für erheblichen Wirbel. Ehren-Oberbürgermeister Heinz Feldhege kämpfte als Vorsitzender des Fördervereins „Rettet Schloss Rheydt“ für die Renovierung. Für ihn steht fest: „Das Schloss Rheydt ist das Museum. Und das Museum zu schließen, wäre ein Schlag ins Gesicht der Bürger.“ Schließlich seien es die Menschen in der Stadt gewesen, die sich mit großem Engagement für Schloss Rheydt eingesetzt hätten.

Das sieht Bernd Gothe, damals zweiter Vorsitzender des Fördervereins, genau so. „Ich kann das nicht einfach mit einem Federstreich wegwischen. Das wäre ein Affront gegen die Initiative der Bürger unserer Stadt.“ Der frühere Landtagsabgeordnete Hermann Jansen sagt: „So etwas erwachsenen Menschen im Rat vorzusetzen, verschlägt mir die Sprache. Wenn es so leicht ist, Geld als Unternehmensberater zu verdienen, mache ich das auch.“

Auch aktuelle Politiker betonten gestern sofort die Bedeutung des Museums Schloss Rheydt. Eine Textilstadt wie Mönchengladbach brauche ein Textilmuseum, sagt der CDU-Fraktionsvorsitzende Rolf Besten. „Und ich kann mir nicht vorstellen, wo außer im Schloss Rheydt das stehen könnte“, so Besten. Erich Oberem (FWG) kommentierte knapp, das Museum zu schließen, sei „schlicht undenkbar“.

Ansonsten enthält der gestern veröffentlichte Abschlussbericht wenig Überraschungen. 18,1 Millionen Euro könnte die Stadt schon im kommenden Jahr sparen, wenn sie den Empfehlungen der Berater folgt. 2011 ließen sich dann 26,2 Millionen Euro sparen – was bei einem prognostizierten Defizit von 28 Millionen Euro einen nahezu ausgeglichenen Haushalt bedeuten würde.

Außer den bereits diskutierten Vorschlägen raten Rödl & Partner die drei Hallenbäder Hardt, Morr und Odenkirchen zu schließen.

Quelle: RP

 
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