Mönchengladbach: Rheydt lockt Investor an
VON ANDREAS GRUHN - zuletzt aktualisiert: 27.05.2010Mönchengladbach (RPO). Das Innenstadtkonzept zeigt Wirkung: Ein Privatinvestor saniert Gebäude in der City und hofft auf gute Renditen. Das Land hat noch nicht über einen Zuschuss entschieden. Von ihm hängt ab, ob das Konzept verwirklicht wird.
In die Rheydter Innenstadt kommt Bewegung. Ein Privatinvestor hat mehrere Immobilien in der City gekauft und bringt sie in Schuss. Ein Objekt am Marktplatz hinter den Pavillons ist bereits saniert und zum Teil vermietet, ein anderes an der Hauptstraße wird gerade erneuert. Weitere Objekte werden hinzu kommen. Dabei handelt es sich um die in Rheydt ansässige PWG Baubetreuungs- und Immobilien GmbH. Insgesamt soll es sich um vier Immobilien in der Rheydter Innenstadt handeln. Dazu ist der Ratskeller wieder in Schuss und wird bewirtschaftet.
Mehr Geschäfte
Peter Felten vom Rheydter Citymanagement stellt fest: "In jüngster Zeit sind nach meiner Einschätzung eher Geschäfte hinzugekommen. Die Fassade und der Eingangsbereich des Atlantis-Kino wurden modernisiert. Und ich habe ein Haus an der Stresemannstraße gesehen, das bereits eingerüstet wurde. Es tut sich was in der Innenstadt. Diese vielen Kleinigkeiten sind ganz wichtig." Der Geschäftsführer der PWG, Hans-Jürgen Willms, war zu einer Stellungnahme noch nicht zu erreichen.
Für den Standort Rheydt, der in den vergangenen Jahren eher wie eine einsame Insel vor sich hin darbte, ist das neue Vertrauen fast wie ein Lottogewinn. Damit hätte allein die Diskussion um das Innenstadtkonzept und die Neugestaltung des Rheydter Marktplatzes bereits Wirkung gezeigt. Allein die Aussicht, dass die City bald frisch aufgemöbelt wird, ruft offenbar Investoren auf den Plan. Denn für sie ist es durchaus interessant, nun zu günstigen Preisen zu investieren und sanieren, um dann, wenn der Marktplatz fertig sein sollte, zu höheren Preisen wieder vermieten zu können. Offenbar bietet Rheydt die Perspektive, dort bald wieder Geld verdienen zu können. Und dieses Signal brauchte die zuletzt als müde wahrgenommene Einkaufsmeile.
Bezirksvorsteher Karl Sasserath (Grüne) registriert zufrieden, dass sich in der Innenstadt etwas tut. "Dass PWG mehrere Objekte erworben hat, obwohl sie städtebaulich schwierig zu sanieren sind, zeigt, dass es Vertrauen in den Standort gibt. Und dieses Vertrauen ist berechtigt." Der erste Schritt des Privatinvestors könnte die Politik nun unter Druck setzen, nachzuziehen. Die Stadt wartet noch auf die Förderzusage des Landes für das Rheydter Innenstadtkonzept. Das sieht neben der Modernisierung des Marktplatzes unter anderem vor, die City für ältere Menschen interessanter zu machen. Dort liegt im Gegensatz zur Hindenburgstraße in Mönchengladbach eben alles ebenerdig.
Ob das die Bezirksregierung so weit überzeugt, dass sie 90 Prozent der Kosten fördert, ist noch unklar. Sasserath hofft, dass nun alles schnell geht: "Es muss Klarheit geschaffen werden." Für ein bisschen Klarheit haben immerhin schon Privatinvestoren gesorgt.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







