Mönchengladbach: Rheydt: Marktplatz als Marke
VON DIETER WEBER - zuletzt aktualisiert: 13.10.2009Mönchengladbach (RPO). 14 Millionen Euro – diese Summe steht im Raum, wenn von einem Umbau von Rheydt gesprochen wird. Eine Investition in dieser Höhe kann die Stadt nicht alleine stemmen. Aber es gibt Zuschüsse aus Sondertöpfen. Bedingung: Es muss ein Konzept geben. Das hat Mönchengladbach.
Es gibt Zahlen, die in Mönchengladbach Ausschluss-Charakter haben: Dazu gehören Millionensummen für Vorhaben, die der Stadt zwar dienen, aber von ihr und nicht von Investoren bezahlt werden müssen. Deshalb ein Versuch: 14 Millionen Euro kostet es, um wesentliche Projekte des Rheydter Innenstadtkonzepts zu verwirklichen. Ist es bei mehr als 1,2 Milliarden Stadtschulden realistisch, dies dann überhaupt umsetzen zu wollen? Ja – denn es sind erhebliche Zuschüsse aus Sondertöpfen eines Bund-Länder-Programms zu erwarten. Deshalb landet der von Professor Kunibert Wachten mit Bürgern in 15 Monaten entwickelte Masterplan für Rheydt nicht gleich in der Schublade. Ganz im Gegenteil: Es geht jetzt richtig voran.
Eine Gesamtplanung
Gebiet 16 800 Quadratmeter groß ist das Wettbewerbsgebiet
Zeitplan Unterlagen müssen sie bis 4. November vorlegen, bis zum 11. November das Modell. Das Preisgericht tagt am 23. November
Ganz wichtig Die Planer müssen nicht nur einen Vorschlag zur Platzgestaltung machen, sondern auch für einen für ein Gebäude zwischen Kirche und Rathaus
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Pavillons verschwinden
Im Mittelpunkt aller Pläne steht der Rheydter Marktplatz. Denn die Experten wissen: Er ist die Marke für die Rheydter Innenstadt. Und wenn hier richtungweisende Entscheidungen fallen und Vorhaben verwirklicht werden, hat Rheydt einen wichtigen Schritt in eine neue Zukunft geschafft. Der Marktplatz soll wieder eine zentrale, attraktive Stellung einnehmen. Zum Sparkassen-Platz öffnet er sich, die Pavillons verschwinden. Dafür werden die Bedingungen für einen Neubau über dem Eingang zur Tiefgarage für kirchliche oder kulturelle Nutzung geprüft. Er ist als so genannter Frequenzbringer gedacht – viele Bürger sollen das Gebäude aufsuchen müssen und so für Belebung des Platzes sorgen.
15 Monate lang hatten Raumplaner des Dortmunder Büros Scheuvens und Wachten 2007 und 2008 Rheydt untersucht. Sie bezogen ein Ladenlokal, das die Bürger aufsuchen konnten, um ihre Ideen für ein neues Rheydt zu unterbreiten. Denn dem Stadtteil ging es nicht gut: Immer mehr Geschäftsleute zogen sich zurück, der Leerstand wuchs, und die Politiker hatten Alt-Gladbach zur 1A-Geschäftslage erklärt. Damals schien der Bau eines großen Einkaufscenters am Standort des alten Stadtheaters an der Hindenburgstraße nur noch eine Frage von Monaten. Heute wissen wir: Dieser Neubau beginnt bestenfalls im kommenden Jahr. Doch die Probleme in Rheydt sind unverändert. Und deshalb ist die Umsetzung des Innenstadtkonzepts, das die Raumplaner in mehreren Diskussionsrunden Bürgern, Verbänden, Wirtschaft und Handel sowie Initiativen vorstellten, unabdingbar, um Rheydt eine Zukunftschance zu geben.
Der Marktplatz ist das im Moment beherrschende Planungsvorhaben. Aber die Experten wissen natürlich, dass mit einem schönen Marktplatz Rheydt nicht alleine wach geküsst wird. Deshalb setzen sie auf weitere Vorhaben. Es gibt ein Verkehrskonzept, das in den nächsten Monaten schrittweise umgesetzt wird. Die Häuser, viele in den 50er Jahren entstanden, sollen sich verändern: Da müssen die Hausbesitzer mitspielen. Die Tiefgarage will der Betreiber Q-Park ansehnlicher machen. Und auch das Rheydter Rathaus soll sich wandeln: Die vor einem halben Jahrhundert gebauten Gebäudeteile wollten CDU und FDP abreißen lassen, um dann attraktiver und zeitgemäßer neu zu bauen. Dieses Vorhaben ist vermutlich Geschichte, wenn die FDP mit den Gegnern des Rathaus-Umbaus, SPD und Grüne, in der kommenden Wahlperiode eine Ampel-Mehrheit bildet.
Das dauert Jahre
Am Ende steht die Idee, das alte Rheydt mit viel Pfiff zukunftsfit zu machen: mit kleinen Geschäften, Plätzen mit viel Grün, reizvollen Wohnungen in Zentrenlage und Dachgärten. Dabei machen sich die Planer keine Illusionen.Um dies alles zu verwirklichen, gehen mehrere Jahre ins Land.
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