Mönchengladbach: Rockerstreit: Wirte vernetzen sich
VON GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 25.01.2012Mönchengladbach (RP). Nach der Massenschlägerei zwischen den verfeindeten Rockerbanden in der Altstadt haben die Wirte einen noch stärkeren Austausch untereinander vereinbart. Bei eventuellen Drohungen soll sofort die Polizei informiert werden.
Verletzte Ehre soll der Auslöser für die Messerstecherei in der Altstadt in der Nacht zum Sonntag gewesen sein. Das erklärte die Polizei bei einem Treffen vom Club der Wirte. Weil an einer Diskothek einigen Leuten der Zutritt verwehrt worden sei, habe es Streit gegeben.
Die Abgewiesenen hätten Freunde angerufen, um "die Sache auszutragen". "Die Polizei sagte uns, dass es sich nicht um einen Rocker-Krieg zwischen Hells Angels und Bandidos handele, sondern um eine private Sache", berichtete Uwe Schmitz, Chef im Graefen und König, gestern.
Nach der Massenschlägerei in der Altstadt wurden allerdings noch weitere Anschläge im Rockermilieu aus anderen Städten gemeldet. In Mönchengladbach hat die Polizei ihre Präsenz nach dem Streit zwischen Hells Angels und Bandidos verstärkt. "Die Personalstärke wurde der Lage angepasst", heißt es offiziell.
Schwierige Ermittlungen
Die Ermittlungen in dem Fall, bei dem ein Mann lebensgefährlich verletzt wurde, gestalten sich schwierig. Die sechs Festgenommenen, die mittlerweile wieder auf freiem Fuß sind, verhalten sich zum großen Teil nicht "gerade kooperativ", sagt ein Polizeisprecher.
Die Altstadtwirte wollen den Austausch untereinander nun weiter verstärken. "Wir müssen uns gegenseitig auf dem Laufenden halten. Wenn jemand bedroht wird, muss sofort die Polizei informiert werden", sagt Schmitz. Kein Wirt in Gladbach sei dafür, dass in Zukunft Mitglieder von Rockerbands das Sagen in der Altstadt haben.
Für das Frühjahr planen Wirte eine Clubnacht, um die Altstadt auch für Gäste von außerhalb interessant zu machen. Niemand hofft, dass der einmalige Vorfall in der Nacht zum vergangenen Sonntag nachhaltig das Image der Partymeile schadet.
Am Tag unmittelbar nach der Schlägerei waren viele Gäste lieber zu Hause geblieben, auch wenn bei der Massenschlägerei keine Unbeteiligten verletzt worden waren.
Thema im Landtag
Wie SPD-Landtagsabgeordneter Hans-Willi Körfges gestern mitteilte, soll der Rockerstreit Thema im Düsseldorfer Landtag werden. "SPD und Grüne haben für die Sitzung am 2. Februar die Aufnahme eines entsprechenden Tagesordnungspunktes beantragt und die Landesregierung um einen Bericht gebeten, welche neuen Erkenntnisse der nordrhein-westfälischen Polizei und insbesondere dem Landeskriminalamt über einen möglichen erneuten Ausbruch von Gewalt im Rockermilieu vorliegen", sagt Körfges.
Und: "Wer sich schwer bewaffnet mit Schlagringen und Messern in der Altstadt zeigt und in der handgreiflichen Auseinandersetzung Tote und Verletzte in Kauf nimmt, kann nicht mit einem toleranten Verhalten des Rechtsstaates rechnen."
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