Mönchengladbach: Sabotage am neuen Ärztehaus
VON SINA ZEHRFELD - zuletzt aktualisiert: 16.12.2008Mönchengladbach (RPO). Keller werden unter Wasser gesetzt, Stromleitungen gekappt, Heizungsanlagen manipuliert, jetzt hat es im neuen Ärztehaus an der Viersener Straße zum zweiten Mal gebrannt. Das sind keine Zufälle, meint die Hausverwaltung.
Zum zweiten Mal binnen weniger Tage ist die Feuerwehr gestern Morgen zum neuen Ärztehaus an der Viersener Straße ausgerückt. Gegen 9.20 Uhr löschte sie einen Brand in einem Altpapiercontainer. Das Eigenartige daran: Die Tonne war in einem abgeschlossenen Kellerraum der Tiefgarage abgestellt gewesen. Für Mieter und Hausverwaltung ist klar: Ein Serientäter sabotiert gezielt das Gebäude.
Das Ärztehaus wurde erst im September eröffnet. Es beherbergt Mediziner verschiedener Fachrichtungen, ein ambulantes OP-Zentrum, eine Caféteria, das Parkhaus bietet Platz für 200 Besucher. Allerdings stören regelmäßig Vorfälle den ruhigen Betrieb.
Einmal wurde die Parkgarage mit Lösch-Schläuchen komplett unter Wasser gesetzt. Die Lüftungsanlage wurde manipuliert, die Heizungsanlage lahmgelegt, es gab wiederholt Feuer-Fehlalarme. Stromkabel wurden durchtrennt, im Hauptanschlusskeller alle Wasserhähne aufgedreht. „Seit etwa sechs bis acht Wochen passiert alle paar Tage irgendwas“, sagt Walter Durst von der Firma Jakob Durst, die für die Hausverwaltung zuständig ist. Und schließlich stand in der Nacht des vergangenen Donnerstag schon einmal ein Papiercontainer in Flammen, damals auf einem Flur in der vierten Etage.
Täter scheint sich gut auszukennen
„Man muss davon ausgehen, dass ein- und dieselbe Person hinter diesen Sachen steht“, schlussfolgert Durst. „Da treibt einer sein Unwesen, der handwerkliches Geschick hat und sich gut auskennt.“ Mal ereigneten sich die Attacken bei Nacht und Nebel, mal am hellen Tage, bisweilen in verschlossenen Bereichen. Und Durst hat den Eindruck, dass sie ernster werden: „Wer Feuer legt, der nimmt die Gefährdung von Menschenleben in Kauf.“
Auch die Mieter sind besorgt. „Mir ist schleierhaft, was der Täter erreichen will und wen er eigentlich treffen will“, sagte Joachim Püllen, Geschäftsführer der Kliniken Maria Hilf, die ein OP-Zentrum im Ärztehaus betreiben. „Alle Mieter, mit denen ich gesprochen habe, sind aufgeregt“, beschrieb der Sicherheitsingenieur der Kliniken, Stefan Bahun, die Stimmung im Haus.
Die Hausverwaltung hat mittlerweile eine Security-Firma eingeschaltet. Nach dem gestrigen Brand sollen die Kameraaufzeichnungen aus dem Parkhaus ausgewertet werden. Das Ärztehaus sei vom Eröffnungstag an gut angenommen worden, so Walter Durst: „Alle sind zufrieden. Nur einen scheint das zu stören.“ Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







