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Mönchengladbach: Salafisten: Ärger wegen Nazi-Bezeichnung

VON GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 09.03.2011

Mönchengladbach (RPO). Nach der Prügelei zwischen Salafisten und einer privaten Gruppe von Karnevalisten am vergangenen Sonntag in Eicken gehen die Ermittlungen der Polizei weiter. Die Anhänger des salafistischen Vereins "Einladung zum Paradies" hatten nach dem Vorfall im Internet öffentlich von einem "Mordanschlag" durch Nazis auf ihren zweiten Vorsitzenden Sven Lau und dessen Familie gesprochen. In der Stadt werde Jagd auf Muslime gemacht, behauptete der Salafisten-Prediger Pierre Vogel.

Dazu meldete sich gestern ein Mann aus der Gruppe der Karnevalisten. Er wehrte sich vehement gegen die Bezeichnung Nazis. "Wir sind keine Rechtsradikalen." Nach seiner Schilderung war die Gruppe nach dem Karnevalszug an der Eickener Straße vorbeigezogen. "Wir waren mit Frauen und Kindern unterwegs und haben Karnevalslieder gesungen." Einer aus der Gruppe habe sich von Sven Lau provozieren lassen.

Aber da sei es noch zu keiner Tätlichkeit gekommen. Denn der Mann aus der Karnevalsgruppe sei hingefallen. "Es waren die Salafisten, die uns verprügelt haben. Sie kamen plötzlich mit 15 bis 20 Mann und hatten Stöcke dabei", berichtet der Mann aus der Gruppe. Er selber habe ein blaues Auge und Verletzungen am Arm davongetragen.

Die Salafisten treten mittlerweile gemäßigter auf. Das Video, in dem der deutsche Konvertit und Islamprediger Pierre Vogel über den "Anschlag auf Sven Lau" spricht, die Medien verantwortlich macht und Mitglieder der Bürgerinitiative Eicken als Lügner beschimpft, ist im Internet zwar noch zu finden, von seiner Homepage aber offensichtlich gelöscht.

Auch Sven Lau versucht in einer neuen Internet-Botschaft zu beschwichtigen. Unter der Überschrift "Verhaltet euch ruhig" erklärt er, dass Aufrufe wie "Man sollte die Ungläubigen abschlachten" der Sache eher schaden würden. "Wir müssen uns korrekt verhalten", mahnt Sven Lau. Verteidigen dürfe man sich aber. Dies sei jedermanns Recht. Lau distanzierte sich von der Schilderung, Nazis hätten ihn angegriffen. Stattdessen erklärte er im neuen Video: "Einer hat gesagt, da war ein Gladbacher Hooligan dabei."

Quelle: RP

 
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