Mönchengladbach: Salafisten: Ein Antrag bewilligt
VON GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 25.01.2011Mönchengladbach (RPO). Zwei Bauanträge für das geplante Islamzentrum in Eicken hat die Stadt abgelehnt. Ein drittes Ersuchen wurde jedoch genehmigt. Die alte Tankstelle neben der Moschee darf abgerissen werden. Die Salafisten geben sich optimistisch.
In dieser Woche sollen die Arbeiten an der Eickener Straße beginnen. Das sagt auf jeden Fall Sven Lau vom Verein "Einladung zum Paradies", der ein Islamzentrum im Ortskern plant. Zwei Bauanträge hatte die Stadt abgelehnt, ein drittes Ersuchen wurde genehmigt. Der Eigentümer des Grundstücks darf jetzt die alte Tankstelle direkt neben der Moschee abreißen. Zurückgewiesen wurden die Anträge, die Moschee zu sanieren und den hinteren Gebäudeteil auszubauen. Die Unterlagen hierfür waren nach Aussagen eines Stadtprechers nicht vollständig. Die Frist für Nachbesserungen ist mittlerweile verstrichen. Bei der Stadt wartet man nun ab, ob der Verein, der vom Verfassungsschutz beobachtet wird, erneut klagt. Beim letzten Mal wurde ein entsprechender Eilantrag vom Verwaltungsgericht Düsseldorf abgelehnt. Jetzt müssten ganz neue Bauanträge gestellt werden.
Die Moschee
Der Kaufvertrag für Grundstück und Gebäude in Eicken ist bereits unterzeichnet. Das Geld wurde in Raten gezahlt. Noch soll sich das Gelände im Besitz eines Geschäftsmannes befinden.
Die letzte Rate steht noch aus.
Altlasten müssten entsorgt werden
Mit dem Abriss der Tankstelle darf jetzt begonnen werden. Doch das heißt laut Stadtsprecher Wolfgang Speen nicht, dass dort auch gebaut werden darf. Dafür müsste ein weiterer Bauantrag gestellt werden. Außerdem sei es erforderlich, zu klären, ob und welche Altlasten dort im Boden sind. "Solche Untersuchungen werden begleitet von der unteren Immissionsschutzbehörde", erklärt Speen. Und: "Die Kosten der Entsorgung muss der Eigentümer bezahlen."
Die Mitglieder des Vereins "Einladung zum Paradies" sind optimistisch, dass sie bald wieder in ihrer Moschee beten dürfen. Das verkünden sie auf jeden Fall in der jüngsten Internetbotschaft. Das Gebetshaus an der Eickener Straße wurde versiegelt, nachdem bekannt wurde, dass die Räume, in denen sich früher ein Laden befand, widerrechtlich als Versammlungsstätte genutzt wurden. Seit Dezember treffen sich die Anhänger des salafistischen Vereins deshalb in einer Privatwohnung gleich neben der Moschee. Sven Lau bestätigte die Treffen zum Gebet am Samstag im Internet.
Eickener Bürger demonstrieren seit zwei Wochen gegen die Freitagsgebete in dem Privathaus, an denen bis zu 60 Menschen teilnehmen sollen. Für Wilfried Schultz, Sprecher der Bürgerinitiative, sind die Treffen widerrechtlich. Die Stadt prüft zurzeit, ob der Wohnraum tatsächlich regelmäßig zweckentfremdet genutzt wird.
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