Mönchengladbach: Salzvorräte schwinden
VON GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 03.01.2009Mönchengladbach (RPO). 130 Tonnen Salz hat die GEM gestern auf den Straßen verteilt. Das ist mehr als im kompletten vergangenen Winter. Sollten die eiskalten Wetterprognosen eintreffen, dann ist das Streumittellager schnell geräumt.
Wintereinsätze
Am 23. November hatten lang anhaltende Schneefälle zuletzt für einen Winterdiensteinsatz gesorgt. Bei den Unfällen blieb es bei Blechschäden. Das war auch gestern so.
Um 2.45 Uhr wurde GEM-Betriebsleiter Wilfried Theißen gestern aus dem Bett geklingelt. Da fielen gerade die ersten Schneeflocken, und bei der Stadtreinigung, die auch für den Winterdienst zuständig ist, ging es um die Frage: Gibt es eine geschlossene Schneedecke, oder löst sich wieder einmal alles in Wohlgefallen auf? Um 3.30 Uhr fiel die Entscheidung: „Wir schicken alles raus, was wir haben“, berichtete Theißen.
„Alles“ heißt in diesem Fall: Elf Großfahrzeuge und sechs Klein-Lkw. 130 Tonnen so genanntes Tausalz wurde auf Straßen und Fußgängerbrücken verteilt. Das ist mehr als in der gesamten vergangenen Winterperiode. Doch trotz des rechtzeitigen Streudienst-Einsatzes mochte die Schneedecke mancherorts nicht so recht wegschmelzen. „Wir hatten Schwierigkeiten, weil kaum Autos unterwegs waren, die das Salz weiter verteilten. Durch die Reibung der Reifen wirkt das Salz besser“, erklärte der Betriebsleiter.
Machtlos bei minus 20 Grad
Bei den Prognosen für die kommenden Tage könnte es den GEM-Mitarbeitern eiskalt den Rücken herunter laufen. Denn je nach Wetterdienst schwanken die angesagten Kältewerte von minus zwei bis minus 20 Grad. „Normales Tausalz wirkt bis minus sieben Grad. Wenn wir das mit Sole vermischen bis allerhöchstens 15 Grad unter Null. Und da muss schon viel Verkehr unterwegs sein“, sagte Theißen. Fällt das Thermometer also bis unter die Minus-20-Grad-Marke sind alle Salzmischungen machtlos.
Schneefall oder gefrierende Nässe – wenn der Winter sich weiterhin von seiner eiskalt-feuchten Seite zeigt, dann könnten die Salz-Vorräte bei der GEM schnell verbraucht sein. Theißen: „Wir haben 1400 Tonnen gelagert. Schon jetzt kann man den Schwund sehen. 20 weitere Einsätze – und das Lager wäre leer.“ Dann müsste rechtzeitig nachbestellt werden. Bei der GEM heißt es jetzt abwarten, wie sich das Wetter tatsächlich entwickelt.
Die Mitarbeiter müssen mit allem rechnen – auch bei der Dosierung: Bei einem normalen Streueinsatz werden zehn Gramm Salz auf einen Quadratmeter verteilt. Gestern haben die Mitarbeiter bei 20 Gramm pro Quadratmeter angefangen. Die Höchstmenge, die per Fahrzeug ausgestreut wird, beträgt laut Betriebsleiter 40 Gramm. Per Hand können es auch 100 Gramm pro Quadratmeter sein.
Bis gestern Mittag war man bei der GEM noch auf einen normalen Schichtdienst eingestellt. Das kann sich aber schnell ändern. Theißen: „Wenn es die Lage erfordert, dann werden wir eine zusätzliche Rufbereitschaft einrichten.“
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