Mönchengladbach: Sasserath (Grüne) will Einkaufszentrum stoppen
VON ANDREAS GRUHN - zuletzt aktualisiert: 16.02.2009Mönchengladbach (RPO). Karl Sasserath ist Oberbürgermeister-Kandidat der Grünen für die Kommunalwahl. Auf der Jahreshauptversammlung am Samstag wählten die Mitglieder den Ratsherr mit 32 Ja-Stimmen bei sechs Nein-Stimmen zu ihrem Kandidaten. Sasserath wurde mit 35 Stimmen auch auf Platz eins der Reserveliste gewählt. Auf Platz zwei folgt Monika Halverscheid. Mit einem Fahrradhelm als Geschenk vom Parteivorstand in der Hand ließ sich Sasserath von den Mitgliedern feiern. Bereits bei der letzten Kommunalwahl 2004 war Sasserath OB-Kandidat der Grünen gewesen. Damals hatte er mit mehr als 7000 Stimmen das beste Ergebnis eines grünen Einzelbewerbers erzielt.
"CDU braucht Pause"
In seiner etwa 20-minütigen Rede umriss Sasserath die Schwerpunkte seines Wahlkampfes. Seine Hauptforderung: "Das europaweite Ausschreibungsverfahren für den Neubau eines Handels- und Dienstleistungszentrum muss umgehend beendet werden." Davon werde er auch die Zusammenarbeit und Kooperationen mit anderen Parteien im Rat abhängig machen. Zwar ist das noch keine negative Koalitionsaussage, doch eine Koalition mit der CDU erscheint unter dieser Voraussetzung nur schwer möglich. "CDU und FDP brauchen, um sich von ihrer erkennbaren politischen Erschöpfung erholen und erneuern zu können, eine lange anhaltende Ruhephase auf der Oppositionsbank", bemerkte Sasserath. Das Beispiel Giesenkirchen 2015 ist für ihn Anlass, bürgerschaftliches Engagement zu fördern. Dazu wolle er eine Stabsstelle im Rathaus einrichten und zusätzlich einen von der Verwaltung unabhängigen Ombudsmann für Bürger einsetzen.
Gleichzeitig versuchte Sasserath, sein Profil als Umweltpolitiker zu schärfen. Er forderte, dass sich Mönchengladbach der Initiative europäischer Städte anschließen solle, die den Kohlendioxid-Ausstoß bis 2020 um 20 Prozent drosseln wollen. "Die NVV könnte die 30 Millionen Euro, die in den Ausbau des Flughafens investiert werden sollen, in ein kommunales Klimaschutzkonzept investieren", sagte er. Eine weitere Möglichkeit für ihn: Mehr Menschen auf's Fahrrad. Da fährt Sasserath mit gutem Beispiel voran. Zur Jahreshauptversammlung kam er mit dem Fahrrad – ohne Fahrradhelm.
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