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Mönchengladbach: Schlag gegen Zigarettenmafia

VON INGE SCHNETTLER - zuletzt aktualisiert: 18.11.2009 - 18:37

Mönchengladbach (RPO). Fahnder stellten am Dienstag in mehreren Städten 40 Millionen Schmuggelzigaretten sicher. Die Beamten nahmen neun Verdächtige fest. Ein Lager in der Nähe von Mönchengladbach war der Dreh- und Angelpunkt der Bande.

In dieser Garage bei Mönchengladbach entdeckten die Beamten am Dienstag Schmuggelzigaretten der eher unbe
kannten Marke "Prima Luxe".   Foto: Zollfahndung Frankfurt
In dieser Garage bei Mönchengladbach entdeckten die Beamten am Dienstag Schmuggelzigaretten der eher unbe kannten Marke "Prima Luxe". Foto: Zollfahndung Frankfurt

Beamten der Zollfahndung Frankfurt ist ein richtig großer Fisch ins Netz gegangen. Auf einen Schlag stellten sie 40 Millionen geschmuggelte Zigaretten, 65.000 Euro und einen Mittelklassewagen sicher. Bei einer großangelegten Razzia wurden sie unter anderem auch in Mönchengladbach fündig.

„Die Zollfahnder waren seit Anfang des Jahres hinter der internationale agierenden Bande her”, sagte am Mittwoch Hans-Jürgen Schmidt, Sprecher der Frankfurter Zollfahndung. „Zahlreiche Zigarettentransporte und Aktivitäten geschahen unter unserer Überwachung. Nur so war es uns möglich, die Vorgehensweise zu studieren und die Struktur zu erkennen.”

Info

Unter Verdacht

Hauptbeschuldigte sind ein 36-Jähriger aus Griechenland, ein 33-jähriger Grieche aus Hückelhoven, ein 48-jähriger Deutsch-Russe aus Grevenbroich und ein 34 Jahre alter Deutsch-Russe aus Recklinghausen.

Strafe Der Strafrahmen reicht von sechs Monaten bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe.

Letztendlich ging es, so Schmidt, darum, im richtigen Moment zuzugreifen. Das war am Dienstag der Fall. 100 Beamte der Zollfahndung schlugen gleichzeitig zu. Sie konnten neun Personen vorläufig festnehmen, gegen fünf von ihnen lagen bereits Haftbefehle vor.

20 Millionen Euro Steuerschaden

Den Beschuldigten wird vorgeworfen, so erklärten die Behörden am Mittwoch weiter, rund 100 Millionen unversteuerte Zigaretten geschmuggelt zu haben. Der Steuerschaden beläuft sich auf annähernd 20 Millionen Euro.

Bereits im März und April wurden in Gelsenkirchen und München die ersten zehn und acht Millionen unversteuerten Zigaretten sichergestellt. Davon ließen sich die Hintermänner und Drahtzieher allerdings nicht beirren. Der Nachschub aus Griechenland, unter anderem Zigaretten der Marken „Marlboro” und „Jin Ling”, rollte weiter.

Ebenfalls im April wurden bei einem Kurier am Düsseldorfer Flughafen 238.000 Euro sichergestellt. Ein weiterer Geldkurier mit 84.000 Euro ging den Beamten in der vergangenen Woche im Aachener Hauptbahnhof ins Netz. Dieses Geld, das aus dem Verkauf der geschmuggelten Zigaretten stammt, sollte nach Griechenland gebracht werden, schildert Schmidt das Vorgehen.

Auf einem Autohof in der Nähe von Mönchengladbach wurden Ende Oktober 5,5 Millionen Zigaretten in einem Sattelzug entdeckt. Kein Zufall, denn eine Lagerhalle in der Nähe von Mönchengladbach war der Dreh- und Angelpunkt des Schmugglerrings. Mit Sattelzügen wurde die heiße Ware dort angeliefert.

Abnehmer und Zwischenhändler fuhren anschließend mit Sprintern, Kleinlastwagen und Autos vor, nahmen bis zu 4000 Stangen in Empfang, um diese anschließend an ihre Kunden zu verkaufen. „Das haben wir uns bis Dienstag angeschaut, jetzt haben wir den Sack zugemacht”, sagt Hans-Jürgen Schmidt.

Quelle: RP

 
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