Mönchengladbach: Schüler dürfen Deutschland gucken
VON THOMAS MEINDERS - zuletzt aktualisiert: 17.06.2010 - 15:55Mönchengladbach (RPO). Wenn am Freitag die deutschen Nationalkicker zur schönsten Mittagszeit in Südafrika gegen den Ball treten, dürfen auch die Schüler aus Mönchengladbach am Fernseher dabei sein. Ob beim Public Viewing in der Schule oder zuhause.
Es hätte vermutlich eh keinen großen Sinn gehabt. Konzentrierter Unterricht, wenn gleichzeitig die deutsche Fußball-Nationalmannschaft bei der WM aufläuft, ist nur schwerlich vorzustellen.
Das dachten sich wohl auch die Schulleiter in Mönchengladbach und haben vorgebeugt. An der Gesamtschule Hardt beispielsweise wird in Aula oder Sporthalle eine Leinwand dafür sorgen, dass die Schüler das Spiel gemeinsam sehen können.
Um 13.25 endet der Unterricht. Fünf Minuten später beginnt die Partie gegen Serbien. "So haben wir sichergestellt, dass kein Unterricht ausfällt", erklärt der stellvertretende Schulleiter Clemens Braun. Schon vor vier Jahre gab es an der Schule ein gemeinsames Rudelgucken. Damals haben die Möglichkeit viele Schüler genutzt. Das erwartet Braun auch dieses Mal.
Auch an der Hauptschule Kirschhecke wird Schulleiter Jack Onkelbach eine kleine Ecke für eine Leinwand nutzen: "Das ist immer ein schönes Gemeinschaftserlebnis". Der Unterricht endet allerdings auch schon um 12.30 Uhr.
Ganz so weit in den Überlegungen ist man an der Hauptschule Stadtmitte noch nicht. "Wir überlegen noch, ob wir ein Public Viewing in der Turnhalle veranstalten", sagt Schulleiter Hans-Gerd Dedden. "Wenn nicht, dann schaffen wir es sicherlich in Absprache mit den Eltern, etwas früher Schluss zu machen."
Auf das volle WM-Erlebnis verzichten, müssen allerdings die Schüler des Franz-Meyers-Gymnasiums. Zwar wird auch dort die siebte Stunde ausfallen, doch bis 13.40 Uhr müssen die Schüler in ihren Klassenräumen bleiben. Was danach passiert ist noch nicht vollständig geklärt. "Aber ich habe schon gehört, dass ein oder zwei Klassen vorhaben, hier zu gucken", erzählt Schulleiter Klaus Loosen.
Auf die Unterstützung der Gladbacher Schüler kann Jogi Löws Mannschaft auf jeden Fall zählen. Denn ob zuhause, beim schulinternen Public Viewing oder zähneknirschend in der Anfangsphase im Unterricht, die Jugendlichen werden Deutschland die Daumen drücken.
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