Mönchengladbach: Schulden erreichen neuen Höchststand
VON DIETER WEBER - zuletzt aktualisiert: 27.09.2010Mönchengladbach (RPO). Wenn nichts Grundlegendes passiert, ist die Stadt 2016 pleite: Dann übersteigen die Schulden das Eigenkapital – und zwar um fast 14 Millionen Euro. Davon geht Stadtkämmerer Bernd Kuckels derzeit aus.
Voraussetzung ist aber, dass sich seine Prognosen bewahrheiten. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass die Finanzplanung durch neue Pflichtaufgaben und weniger Einnahmen schnell überholt ist.
Fakt ist: Die Gesamtverschuldung wird dieses Jahr bei mehr als 1,2 Milliarden Euro liegen und im nächsten Jahr auf fast 1,4 Milliarden Euro steigen. Um das Personal der Stadt und andere Hilfen etwa für Hartz-IV-Empfänger bezahlen zu können, muss die Stadt sogenannte Kassenkredite aufnehmen. Sie entsprechen dem Dispokredit des Privathaushalts.
Derzeit liegen die Kassenkredite bei rund 870 Millionen Euro und werden im nächsten Jahr vermutlich auf mehr als eine Milliarde Euro steigen. Alleine für diese Kassenkredite zahlt die Stadt in diesem Jahr mehr als acht Millionen Euro Zinsen und hat dabei noch Glück, weil der Zinssatz derzeit relativ niedrig ist. Experten gehen davon aus, dass die Zinsen für die Schulden im nächsten Jahr ansteigen werden.
Kuckels hat zwar Einnahmen von rund 671 Millionen Euro. Aber alleine in den Sozialbereich muss er 116 Millionen Euro stecken. Auch die Hilfen zur Erziehung steigen weiter auf rund 53,4 Millionen Euro allein in diesem Jahr.
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