Mönchengladbach: Schulen bangen um Sanierung
VON RALF JÜNGERMANN - zuletzt aktualisiert: 14.07.2009Mönchengladbach (RPO). Die 32 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket werden nicht reichen, um alle geplanten Maßnahmen umzusetzen. Denn die Stadt darf keinen Euro überziehen. Deswegen wird Stück für Stück gebaut – was länger dauert.
Genau 32 217 589 Euro fließen aus dem Konjunkturpaket nach Mönchengladbach. Doch obwohl die Politiker längst beschlossen haben, wofür sie ausgegeben werden und jetzt gerade Sommerferien sind, passiert in den Schulen, für die ein Gutteil des Geldes gedacht ist, nichts. Erst im kommenden Jahr rücken die Handwerker an. Schlimmer noch: Einige Schulen werden am Ende gar ganz leer ausgehen. Denn beim Verteilen des Geldes gilt in Mönchengladbach: Den Letzten beißen die Hunde.
332 000 Euro Luft
Das hängt mit der desaströsen Finanzlage der Stadt zusammen. Sie kann es sich schlicht nicht leisten, mögliche Überziehungen aus eigener Tasche beizusteuern. "Uns bleibt gar nichts anderes übrig, als eine Punktlandung zu machen", sagt Hans-Günter Petry, Fachbereichsleiter Baubetrieb. Dass ein Projekt zehn bis 15 Prozent teurer wird als im ersten Schritt veranschlagt, kann schnell passieren. Doch die Stadt hat zusammen gerade mal 332 000 Euro Luft in der Kalkulation. Und geht darum nun folgendermaßen vor: Die Großprojekte werden als erstes umgesetzt. Und erst danach, wenn auch wirklich noch Geld übrig ist, werden die Aufträge für die kleineren Umbauten vergeben.
Sie bekommen Geld
Saniert werden Schulen, Familienzentren, Sportanlagen, Spielplätze, Straßen und Lampen
Die größten Einzelmaßnahmen Berufskolleg Platz der Republik 5,1 Millionen, Maria-Lenssen-Berufskolleg 4,1 Millionen, Schulzentrum Neuwerk 4,0 Millionen
Baubeginn Einige Straßen und Sportplätze noch dieses Jahr, der Großteil 2010 und 2011.
Das heißt konkret: Die Arbeiten an den dringend sanierungsbedürftigen Berufskollegen Platz der Republik und Maria Lenssen starten auf jeden Fall, und zwar voraussichtlich im Januar 2010. Auch das Schulzentrum Neuwerk und das Gymnasium Geroweiher werden im Laufe des Jahres auf jeden Fall angegangen. Ob dann aber noch genügend Geld zum Beispiel für neue Heizungen, Beleuchtung und Belüftung in 39 Grund- und weiterführenden Schulen ist, wird sich erst im Laufe des kommenden Jahres zeigen. Bis Ende 2010 müssen die letzten Aufträge erteilt sind, bis Ende 2011 der letzte Umbau abgeschlossen sein.
Unliebsame Überraschungen könnte es auch bei den freien Trägern von Kindertagesstätten geben. Für diese steht aus dem Konjunkturpaket Geld bereit, um die Familienzentren umzubauen, dass auch kleinere Kinder optimal betreut werden können. Nur: Die 12,5 Prozent Eigenanteil, die die Stadt bei allen Maßnahmen leisten muss, gibt sie an die Freien Träger weiter. Für diese kann das viel Geld sein – im Einzelfall zu viel Geld.
Inwieweit die heimischen Handwerker von dem Geld aus Berlin profitieren, haben sie selbst in der Hand. Die Stadt muss die Aufträge ausschreiben. Nicht immer entscheidet allein der Preis. Bietet ein Unternehmen beispielsweise eine bessere Gewährleistung als ein Konkurrent, wird dies berücksichtigt. Dazu muss die Stadt solche Nebengebote der Mönchengladbacher Handwerker allerdings kennen.
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