Mönchengladbach: Schulfrieden zerstört
VON GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 05.05.2009Mönchengladbach (RPO). Die geplante Unterschriftensammlung für eine sechste Gesamtschule hat hunderte Rheindahlener Eltern, Schüler und Lehrer in Aufruhr gebracht. Sie befürchten, dass ihre Schulen systematisch kaputt gemacht werden sollen.
Vor einer Woche erreichte die Schulleitungen des Gymnasiums Rheindahlen und der benachbarten Hauptschule ein Fax, das für viel Irritation sorgte. Einige bezeichnen den Inhalt des Schreibens sogar als "taktischen Angriff", andere als einen "echten Skandal". Denn was dort angekündigt wurde, könnte, so glauben viele, beiden Schulen den Todesstoß versetzen.
"Das war für uns überraschend"
In dem Fax teilte die MIGS (Mönchengladbacher Initiative Gesamtschule) beiden Schulen mit, dass sie eine sechste Gesamtschule am Standort Schulzentrum Rheindahlen fordert und dafür nun eine Unterschriftenaktion startet. "Das war für uns überraschend und hat für erhebliche Bauchschmerzen gesorgt", sagte gestern Rainer Kühn, Leiter des Gymnasiums Rheindahlen. Erste Reaktionen aus der Elternschaft folgten schnell. Fragen wie "Was ist jetzt? Können wir unsere Kinder überhaupt noch anmelden?" wurden gestellt.
Auch aus diesem Grund wollen beide Schulen die Unterschriftenaktion nicht unkommentiert lassen. Peter Herx, Vorsitzender des Lehrerrates am Gymnasium, kritisierte die Aktion der MIGS gestern aufs schärfste: "In unlauterer Weise sollen hier über den Umweg einer Unterschriftenaktion Eltern verunsichert und somit der Schulfrieden im Schulzentrum Rheindahlen gestört werden."
Denn nun wird Folgendes befürchtet: Durch die Unterschriftenaktion kommen beide Schulen ins Gerede, unsichere Eltern melden ihre Kinder lieber an einer anderen Schule an, die Anmeldezahlen sacken soweit ab, dass Gymnasium (56 Anmeldungen zum neuen Schuljahr) oder Hauptschule (40 Anmeldungen) oder auch beide in jedem Fall geschlossen werden müssen – egal ob die Initiative mit ihrer Forderung durchkommt oder nicht.
Denn eines ist sicher: In Mönchengladbach gibt es zu viele Gymnasien und Hauptschulen. Dass Standorte geschlossen werden müssen, ist sicher. Die Frage ist nur welche und wann. Im Herbst will die Verwaltung einen Schulentwicklungsplan für die Sekundarstufe I vorlegen. Und diese Ergebnisse will selbst die SPD, Verfechter der Gesamtschule, abwarten. Auch sie kritisierten gestern die Vorgehensweise der MIGS. Die CDU Rheindahlen will sich heute in der Bezirksvertretungssitzung öffentlich zu Gymnasium und Hauptschule am jetzigen Standort bekennen.
Schülervertreterin Yanelvis Hechamvarria hofft, dass sie jetzt nicht überall angesprochen wird: "Na, wird eure Schule geschlossen?" Wie sie gibt auch Jule Hoffmann zu bedenken, dass junge Schüler aus Broich oder Peel sehr weit fahren müssten, wenn die Rheindahlener Schulen schließen würden. Schüler Robert Dejosez: "In Rheindahlen gibt es nur ein Gymnasium. An manchen anderen Standorten gleich mehrere."
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum





