Mönchengladbach: Schulleiter sucht Ministerin
VON INGE SCHNETTLER - zuletzt aktualisiert: 03.12.2009 - 20:30Mönchengladbach (RPO). Eine Stellenausschreibung in der RP hat im Schulministerium für Unmut gesorgt. Jack Onkelbach und Werner Blug, Leiter der Hauptschule Kirschhecke, suchen darin umgehend einen Ersatz für Ministerin Barbara Sommer.
Jack Onkelbach und Werner Blug. haben in der Rheinischen Post eine Stellenanzeige geschaltet. Darin suchen der Schulleiter der Gemeinschaftshauptschule Kirschhecke und sein Stellvertreter einen neuen Schulminister, respektive eine neue Schulministerin. "Wir stehen zu dieser Aktion", sagt Jack Onkelbach. "Wir haben das für unsere Schüler und die extrem belasteten Kollegen getan." Schulministerin Barbara Sommer drücke sich vor dem Dialog mit den Hauptschulen. "Da werden die primitivsten Spielregeln nicht eingehalten", sagt Jack Onkelbach.
Er und sein Stellvertreter hatten nach Erscheinen der Anzeige umgehend Post von der Bezirksregierung erhalten. Darin wurde ihnen mitgeteilt, die Behörde werde dienstrechtliche Schritte gegen den Schulleiter und seinen Stellvertreter prüfen. Und bis gestern Mittag punkt zwölf wurde von ihnen eine Stellungnahme gefordert. Die sie nicht schrieben. "Wie sollten wir das machen", sagte gestern Jack Onkelbach, "wir hatten beide den ganzen Vormittag Unterricht."
Fehlverhalten
Im Brief der Bezirksregierung an Onkelbach und Blug heißt es: "Da dies einen Verstoß gegen die Ihnen obliegende Pflicht zu einem achtungs- und vertrauenswürdigen Verhalten innerhalb des Dienstes darstellt, werde ich die Einleitung dienstrechtlicher Schritte gegen Sie prüfen."
Freitag soll Onkelbach bei der Bezirksregierung vorsprechen.
Eine peinliche Panne bei der Bezirksregierung hatte das Fass zum Überlaufen gebracht. "Man hatte uns zwei neue Stellen ab 1. Februar 2010 und zwei weitere ab 25. August zugesagt", berichtet Onkelbach. Dann hatte sich herausgestellt, dass in der Behörde falsche Zahlen gehandelt worden waren. "Inzwischen wissen wir, dass wir gar keine neuen Stellen mehr bekommen". Und der versprochene Dialog zwischen Schulministerium und den betroffenen Hauptschulen habe auch nicht stattgefunden. "Unsere Nähe wird offenbar nicht gesucht", konstatiert Onkelbach. "Ab und zu werden wir mit einer Auszeichnung für unsere gute Arbeit belohnt, ansonsten interessieren die sich nicht für uns."
Das Ministerium von Barbara Sommer wollte sich nicht zu der Aktion der Schulleiter äußern. Bernd Hamacher von der Pressestelle der Bezirksregierung sagte: "Wir haben Herrn Onkelbach zu uns eingeladen. Er soll erklären, was er sich dabei gedacht hat." Erst dann würde seine Behörde über diziplinarische Maßnahmen entscheiden. Er habe mit seiner Aktion gegen das Beamtenrecht verstoßen. "Wenn ein Beamter Kritik an seinem Dienstherren üben möchte, ist er gehalten, dies zurückhaltend und nicht in der Öffentlichkeit zu tun."
Allerdings werde die Beurteilung der pikanten Angelegenheit äußerst schwierig. "Da muss geprüft werden, inwieweit hier das Recht auf Meinungs- und Kunstfreiheit greifen kann", deutete Hamacher an. Möglicherweise seien Jack Onkelbach und Werner Blug durch dieses Grundrecht sofort auf der sicheren Seite.
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