Mönchengladbach: Schulstunden werden länger
VON CHRISTIAN LINGEN - zuletzt aktualisiert: 03.02.2010Mönchengladbach (RPO). Ab dem 1. Februar 2011 muss es an den Mönchengladbacher Gymnasien eine 60-minütige Mittagspause geben. Das hat zur Folge, dass sich die Stundenpläne gravierend ändern und mehr Nachmittagsunterricht stattfindet.
Im kommenden Schuljahr wird es an den Mönchengladbacher Gymnasien gravierende Veränderungen im Stundenplan geben. Ab dem 1. Februar 2011 ist eine einstündige Mittagspause nach der sechsten Stunde Pflicht. Doch um den Schülern eine warme Mahlzeit anbieten zu können, müssen die Schulen einen Teil des Unterrichts in den Nachmittag verlagern. Das Hugo-Junkers-Gymnasium und das Gymnasium an der Gartenstraße haben bereits Erfahrungen mit dem neuen Stundenplanmodell. An beiden Schulen dauert eine Unterrichtsstunde nicht mehr 45 Minuten, sondern 67,5 Minuten. Nun überlegt auch das Gymnasium Odenkirchen, wie der Unterricht umgestellt werden kann. Während einer Podiumsdiskussion informierten Lehrer und Schüler von Schulen, an denen sich die Unterrichtszeiten bereits geändert haben, die Lehrer, Schüler und deren Eltern über mögliche Lösungen.
Das 67,5-Minuten-Modell
Bei diesem Modell haben die Schüler morgens vier Unterrichtsstunden. Nach der Mittagspause findet der restliche Unterricht statt. Für das Gymnasium Odenkirchen bedeutet dies, dass der Unterricht immer um 8.20 Uhr beginnen würde und die Vorstunde frei bliebe für Gottesdienst, Chor und Förderunterricht. "An unserer Schule haben wir die Pause in 27,5 Minuten morgens und 47,5 Minuten mittags aufgeteilt", berichtete Marc Reese, Lehrer am Hugo-Junkers-Gymnasium. Am Gymnasium Odenkirchen hätten in der Klasse fünf nur die Schüler Nachmittagsunterricht, die Latein als erste Fremdsprache gewählt haben. Bis Klasse neun steigert sich der Nachmittagsunterricht auf maximal zwei Stunden. Hinzu komme laut Bernhard Spaniol noch eine bessere Möglichkeit der Verwaltung. "Der Vertretungsunterricht lässt sich bei diesem Modell am besten koordinieren und die Abstimmung mit der NVV wegen der Busse ist bei diesem Modell am einfachsten". sagt der Schulleiter des Gymnasiums Odenkirchen.
Das 60-Minuten-Modell
In diesem Modell ist der Unterricht 15 Minuten länger als zurzeit. Und dabei könnte der Schulgottesdienst am Gymnasium Odenkirchen nur in den Jahrgängen 5 und 6 stattfinden. Doch dagegen laufen die Eltern bereits jetzt Sturm. Ein weiterer Nachteil ist, dass die Busverbindungen angepasst werden müssten. Ein Vorteil ist jedoch, dass die Tornister leichter werden und weniger Bücher gekauft werden müssen. Da der Unterricht bei diesem Modell 15 Minuten länger dauert, jedoch nicht mit dem aktuellen 45 Minuten-Modell übereinstimmt, muss die Viertelstunde anders verplant werden. "An unserer Schule sammeln wir die 15 Minuten und haben eine Nachholstunde, wenn das Zeitkonto voll ist", berichtet Stefan West, Schülersprecher der Anne-Frank-Gesamtschule Viersen.
Das 90-Minuten-Modell
Grob betrachtet, gibt es bei diesem Modell nur noch Doppelstunden. Das hat zur Folge, dass die Schüler zwei verschiedene Stundenpläne haben, nämlich einen für die geraden und einen für die ungeraden Wochen. Damit wird gewährleistet, dass die fünfstündigen und dreistündigen Fächer trotz Doppelstundensystem gleichmäßig abgedeckt werden können. Am Gymnasium Odenkirchen fänden dann morgens drei und nachmittags eine Schulstunde statt. Wie beim 67,5-Minuten-Modell hätten in Klasse fünf nur die Latein-Schüler nachmittags Unterricht. Die Vorstunde bliebe auch bei diesem Modell frei für den Gottesdienst. Fällt jedoch einmal der Unterricht aus, so kommt es dazu, dass ein Fach durch den Wechsel der geraden und ungeraden Wochen mehrmals hintereinander ausfällt. Für die Schüler käme hinzu, dass sie mehr selbstständig lernen müssten und im Unterricht verstärkt auf Gruppenarbeit gesetzt würde. "Die Schüler müssen bei diesem Modell ganz klar mehr leisten", sagt Nicole Schnelle, Lehrerin am Erasmus Gymnasium Grevenbroich. Am Gymnasium Odenkirchen befürchten die Eltern bereits jetzt, dass es bei den Fremdsprachen Probleme geben wird, wenn es um Vokabeln und Grammatik geht.
Welches Modell sich am Odenkirchener Gymnasium durchsetzen wird, steht noch nicht fest. Jedoch zeichnet sich das 67,5 Minuten-Modell als Lösung ab, da einige Lehrer und auch Schulleiter Bernhard Spaniol dieses Modell derzeit als das beste ansehen. Die letzte Entscheidung haben die Schulpflegschaft und die Schulkonferenz.
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