Mönchengladbach: Schwächen in der gesamten Crew
VON KARSTEN KELLERMANN UND CHRISTIAN LINGEN - zuletzt aktualisiert: 07.06.2007Mönchengladbach (RPO). Der Heiße Draht der Rheinischen Post glühte gestern. Es ging um Borussia. Die Fans sind besorgt, sie fürchten, dass der Bundesliga-Absteiger auch in der Zweiten Liga
unten dabei sein wird. Es gab viel Kritik, vor allem an Präsident Rolf Königs, einigen „Söldnern“ und Ex-Sportdirektor Peter Pander.Borussia liegt den Fans am Herzen – und macht ihnen Sorgen. Das zeigte gestern der Heiße Draht der RP, der förmlich glühte. Via Telefon, Fax oder E-Mail ließen die Leser ihren Gedanken freien Lauf. Es gab vor allem Kritik: an Präsident Rolf Königs („Er sollte sich in seiner Aufgabe hinterfragen“, Olaf Löwenfoss), am früheren Sportdirektor Peter Pander („Der größte GAU aller Zeiten“, Helmut Hannen), an Spielern („Abgehalfterte Protagonisten und Söldner haben dem Klub geschadet“, Holger Hesse) und an der Einkaufspolitik von Sportdirektor Christian Ziege und Trainer Jos Luhukay („Regelrechter Stilltstand“, Roland Heerstrass). „Ein Mythos wurde abgeschafft“, lautete das düstere Fazit von Franz Fegers zum Ist-Zustand des Vereins.
Viele, die sich gestern meldeten, glauben nicht daran, dass Borussia sofort den Wiederaufstieg schafft, sondern fürchten sogar, dass „Borussia um den Klassenerhalt in der Zweiten Liga kämpfen muss“, wie Markus Küppers schrieb.
„Ich sehe Schwächen in der gesamten Führungscrew – und die können wir in der Zweiten Liga nicht gebrauchen. Ich bin nicht zuversichtlich“, sagte der Viersener Ludwig Jobs. Wie viele andere machte er in Rolf Königs den Hauptschuldigen am „Niedergang Borussias aus, „der mit dem Abschied von Hans Meyer eingeleitet wurde“ (Dietmar Micha). Vor allem Königs’ Brandrede bei der Mitgliederversammlung vergangene Woche erzürnte die Fans. Als „Schmierentheater im Borussia-Park“ empfand Rolf Fausten die Vorstellung des Klubchefs. Hans W. Evers aus Nettetal fürchtet: „Mit Königs gelingt der Sprung in die Regionalliga. Wie ein Gutsherr führe der Präsident den Verein und sei zudem „konzeptlos“, so lautete die Kritik von Wolfgang Mertens. Nicht nur er findet, dass „Königs sportliche Kompetenz in Präsidium reinbringen muss“. Konrad Sörgel schlägt vor, dass Ex-Borussen wie Berti Vogts, Günter Netzer oder Stefan Effenberg „jeder einen Spieler vorschlägt, der nach ihrer Meinung leistungsmäßig geeignet und wirklich bereit ist, in der Zweiten Liga für Borussia zu spielen“.
Die aktuellen Handlungsträger der Abteilung Sport haben für viele RP-Leser „keine Referenzen“, wie Detlev Wanitzek aus Korschenbroich stellvertretend schrieb. Trainer Jos Luhukay, der indes „einen Scherbenhaufen verwalte“ (Bernd Merke), sei zwar „sehr sympathisch und scheint fachlich okay zu sein, aber es fehlt jede Ausstrahlung“, bemängelt Peter Siemes aus Viersen. Axel Herbst und Sandra Göttmann indes forderten, dass „man Vertrauen in die sportliche Führung haben soll“, auch wenn sie „noch unerfahren ist“. Dem Kaldenkirchener Ralf Schimandowski gebührt nach viel harscher Kritik das Schlusswort: „Das Beste draus machen und gute Spieler kaufen. Ich wünsche ganz viel Glück.“
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