Mönchengladbach: Schweinegrippe: 48-jährige Frau ist tot
zuletzt aktualisiert: 17.11.2009 - 20:00Wegen einer chronischen Lungenkrankheit kam die Gladbacherin ins Krankenhaus St. Kamillus. Die zusätzliche Infektion mit dem H1N1-Virus überlebte sie nicht. Am Sonntag starb die Mutter zweier Söhne.
Eine 48-jährige Mönchengladbacherin, die an der Schweinegrippe erkrankt war, ist am Sonntag im Krankenhaus St. Kamillus gestorben. „Die Patientin kam vor einigen Tagen mit erheblichen gesundheitlichen Problemen zu uns”, sagte am Dienstagabend Jörg Blaesius, Qualitätsbeauftragter der Kliniken Maria Hilf, zu denen das St. Kamillus gehört. „Sie litt unter mehreren ernsten Grunderkrankungen.”
Das Grippevirus H1N1 habe sie bereits in sich getragen, als sie eingeliefert wurde. Das Zusammentreffen der chronischen Erkrankungen mit dem Virus sei verhängnisvoll gewesen und habe womöglich letztlich zum Tod geführt.
Plötzlich hohes Fieber
Der Witwer und die beiden 16 und 27 Jahre alten Söhne der Toten bezweifeln die Aussagen aus dem Krankenhaus. „Meine Mutter hat genau eine Woche im Kamillianer-Krankenhaus gelegen - vom 8. November bis zu ihrer Todesstunde am 15. November um 18 Uhr”, sagt der jüngere Sohn. „Bis Mittwoch war sie völlig fieberfrei.”
Schweinegrippe
Das Tempo der Infektionen bei der Schweinegrippe in Deutschland erhöht sich. Zwischen dem 2. und 8. November haben sich 15\x0e000 Menschen mit dem H1N1-Virus neu infiziert.
Die tatsächliche Zahl wird darüber liegen, denn die Meldepflicht wurde eingeschränkt.
Dann sei die Temperatur plötzlich auf 40 Grad und mehr gestiegen. Und am Samstag, also einen Tag vor ihrem Tod, habe man der Familie mitgeteilt, dass die Patientin sich mit dem H1N1-Virus infiziert hatte. Am Sonntag brach der Kreislauf zusammen. „Meine Mutter wurde”, so der Sohn, „noch einmal kurz wiederbelebt, bevor Herz und Kreislauf endgültig versagten.”
Der Ehemann der Verstorbenen weiß, dass seine Frau schon seit Jahren schwer krank war. „Sie litt an einer einer chronisch obstruktiven Lungenkrankheit”, sagt er. 2003 war sie in einer Essener Klinik an der Lunge operiert worden. „Meine Frau musste ständig Medikamente nehmen, sie hatte immer erhebliche Probleme mit dem Kreislauf.” Er meint, dass die Ärzte im St. Kamillus alles für seine Frau getan haben: „Sie haben sich ständig um sie bemüht."
Der 27-jährige Sohn der Verstorbenen kritisiert dennoch: „Meine Mutter lag nicht isoliert, alle Türen standen ständig offen. Patienten, Ärzte, Pfleger und Besucher gingen ein und aus. In diesen Zeiten der Schweinegrippe gehören doch gerade Menschen mit chronischen Erkrankungen - und zudem der Atemwege - zu den besonders gefährdeten Personen. Warum war man da nicht vorsichtiger?”
Die 48-jährige Verstorbene ist bundesweit die 22. und landesweit die achte Patientin, die im Zusammenhang mit der Schweinegrippe gestorben ist. Am Niederrhein ist sie die erste, die die Infektion mit dem H1N1-Virus nicht überlebt hat.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







