Mönchengladbach: Schweinegrippe: Arzt schickte Patient weg
VON ELLEN SCHLÜTTER - zuletzt aktualisiert: 24.07.2009Mönchengladbach (RPO). Die ersten Grippesymptome zeigte Stefan Helbers* (*Name geändert), als er noch in Spanien war. Mit dem Wissen um die grassierende Schweinegrippe setzte er sich zu Hause angekommen direkt mit dem Hausarzt in Verbindung – schließlich lautete so die gängige Empfehlung. Dieser verwies ihn jedoch ans Gesundheitsamt.
Dort wusste man mit dem jungen Mann aber wenig anzufangen – ist die Behörde doch für Tests nicht ausgestattet. Also empfahl man dem Kränkelnden, das Franziskuskrankenhaus aufzusuchen – wo er schließlich Erfolg hatte.
Test gemacht
Dass erst bei der dritten Anlaufstelle der Test gemacht werden konnte, ärgerte den Mönchengladbacher. Schließlich würde in allen Verhaltenshinweisen – auch denen auf der Homepage der Stadt – geraten, sich bei Grippe-Symptomen direkt beim Hausarzt zu melden. Nicht nur, dass der Erkrankte so verunsichert hin und her geschickt wurde – auch hätte er so im Falle eines positiven Schweinegrippe-Befundes das Risiko weiterer Ansteckungen erhöht.
Dabei wäre eigentlich der Hausarzt die richtige Anlaufstelle gewesen. "Alle Hausarztpraxen sind über entsprechende Verhaltensmaßnahmen informiert", sagt Allgemeinmediziner Dr. Heribert Hüren. In der Regel können sie den Schnelltest-Abstrich selbst machen. "Ansonsten werden die Patienten an das Franziskushaus überwiesen, wo ein seperater Bereich dafür eingerichtet ist", so Hüren weiter. Erste Anlaufstelle sei aber generell der Hausarzt, der "im Idealfall einen Extra-Termin vergibt, wenn die Praxis leer ist." Nach drei Stunden liege meist ein Ergebnis vor, ist dieses auffällig, wird ein Test zur Absicherung gemacht.
Beim Gesundheitsamt werden Befunde verzeichnet, Behandlungen erfolgen dort nicht, erläuterte Stadtsprecher Rütten. Bislang sind in der Stadt 30 Fälle der neuen Grippe aufgetreten, zumeist bei Reiserückkehrern. Davon, dass sich das Virus in der Urlaubssaison weiter verbreiten wird, sei nach Ansicht von Stadtsprecher Rütten auszugehen. Die Info-Hotline des Amtes (Tel. 02161 256510) werde rege genutzt.
Um sich vor der Grippe zu schützen, empfiehlt die Stadt, sich mehrfach am Tag gründlich die Hände zu waschen und sie vom Gesicht fernzuhalten, damit keine Viren über die Schleimhäute in den Körper gelangen. Beim Husten und Niesen sollte dringend Abstand zu anderen Personen gehalten werden. Auch Dr. Hüren hält diese Verhaltensregeln für ausreichend – "alles andere wäre maßlos übertrieben".
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