Mönchengladbach: Schweinegrippe: Diese Ärzte impfen in Gladbach
VON ANDREAS GRUHN - zuletzt aktualisiert: 05.11.2009 - 12:10Mönchengladbach (RPO). Knapp 6000 Impfwünsche gegen die Schweinegrippe sind bereits bei der Stadt eingegangen. Die telefonische Auskunft ist permanent besetzt. Immer mehr Impfwillige weichen offenbar auf ihre Hausärzte aus.
Der Raum ist klein, in dem die drei Mitarbeiterinnen des Gesundheitsamtes eine aufreibende Dienstzeit verbringen. Direkt im Foyer hinter einer Glasscheibe klingeln im Sekundentakt drei Telefone. Es ist die städtische Hotline zur Schweinegrippe-Impfung, auf die der Ansturm derjenigen, die sich impfen lassen wollen, permanent weitergeht.
Bis Mittwochmittag waren bereits knapp 6000 Anmeldungen zur Impfung im Gesundheitsamt und bei Hausärzten eingegangen. Somit kamen Mittwochvormittag allein 2000 weitere Termine oder Impfbestellungen von Hausärzten hinzu. Bislang geimpft wurden im Gesundheitsamt 530 Bürger.
Nicht wenige Gladbacher beklagten sich jedoch über chaotische Zustände, weil bei der städtischen Leitung kaum ein Durchkommen ist. „Für die Massen, die wir hier durchimpfen, ist es aber ziemlich ruhig”, sagte Wolfgang Ditz, Stadtarzt im Gesundheitsamt und gestern einer der drei dort impfenden Ärzte.
Zur Impfung
Gesundheitsamt Die telefonische Hotline ist montags bis donnerstags zwischen 8 und 16 Uhr sowie freitags von 8 bis 12 Uhr unter 02161-256666 zu erreichen.
Hausärzte Einige der niedergelassenen Ärzte führen die Impfung ebenfalls durch. „Jeder Arzt hat die Möglichkeit, Impfstoff zu bekommen, wenn die Patientenschaft das wünscht”, sagte Stadtsprecher Dirk Rütten.
Oft nur Besetzt-Zeichen
Wer bei der städtischen Hotline nicht nur das Besetzt-Zeichen hörte, dem wurde zum Beispiel ein Impftermin für den 4. Dezember vorgeschlagen. „Die Termine bei der Stadt sind bis zum 19. November voll, die in der Notfallpraxis der kassenärztlichen Vereinigung bis Ende November”, erklärte Stadtsprecher Dirk Rütten. An der Hotline wurde der Rat erteilt, in die tägliche Sprechstunde zwischen 8.30 und 11.30 vorbeizukommen mit dem Hinweis, sich auf eine längere Wartezeit einzustellen.
Es gibt noch eine andere Möglichkeit, zügig an die Impfung zu kommen. Nach Auskunft der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KV) hatten sich 203 der insgesamt 213 Hausärzte in Mönchengladbach zur Impfung bereit erklärt, darunter fallen aber auch Mediziner in Gemeinschaftspraxen. „So hoch ist die Rate in kaum einer anderen Stadt”, sagte KV-Sprecherin Karin Hamacher. Die Möglichkeit wird offenbar stark angenommen: Mittlerweile haben Gladbacher Ärzte 3740 Impfdosen bestellt.
Derweil wachsen die Irritationen unter Impfwilligen über mögliche Nebenwirkungen. Rötungen und muskelkaterartiger Schmerz sind nicht besonders selten. „Einen ernsten Zwischenfall wie in Düsseldorf hatten wir hier aber noch nicht”, sagte Mediziner Wolfgang Ditz. Dazu kann es kommen, wenn eine Hühnereiweiß-Allergie besteht. Für den ist nach Auskunft Ditz‘ allerdings der Impfstoff geeignet, der auch Schwangeren verabreicht werden wird. Nur ist noch unklar, wann er zugelassen wird.
Peter Heller, der sich am Nachmittag im Gesundheitsamt impfen ließ, kann Bedenken verstehen. „Man sollte diejenigen respektieren, die Sorge vor der Impfung haben”, sagte der 53-Jährige. Zur Impfung war er spontan im Gesundheitsamt erschienen.
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