Mönchengladbach: Schwerverletzte sollen aussagen
VON GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 18.03.2008Mönchengladbach (RPO). Eine Woche nach der Explosion in Hermges liegen zwei junge Hausbewohner immer noch im künstlichen Koma. Ihre Aussagen zum Unglückshergang sind der Polizei wichtig. Erst danach soll über Ursachen informiert werden.
Sie sind außer Lebensgefahr. Doch wann das 17-jährige Mädchen und der 22-jährige Mann, die beide schon mehrfach operiert wurden, aus dem künstlichen Koma geholt werden, darüber wollen die Ärzte noch keine Prognosen abgeben. Nur so viel ist bekannt: Die Lage der beiden ist „stabil“.
Die Polizei steht im ständigen Kontakt mit den Kliniken in Duisburg und Aachen. Dorthin wurden die zwei jungen Hausbewohner am Sonntag vor einer guten Woche mit lebensgefährlichen Brandverletzungen eingeliefert. Sobald sie vernehmungsfähig sind, sollen sie zu dem Unglück, das einen Toten und acht Verletzte forderte, befragt werden. „Wir brauchen ihre Aussage, um unser Bild vom Hergang abzurunden“, sagte gestern Polizeisprecher Willy Theveßen.
Der Unglückstag
9. März Gegen 14.30 erschüttert ein mächtiger Knall den Stadtteil Hermges.
Bergung Das in den Trümmern verschüttete Paar aus dem 1. Obergeschoss wird von den Rettungskräften schnell gefunden und in Kliniken geflogen. Der Bewohner des Erdgeschosses gilt zunächst als vermisst. Er wird gegen 20 Uhr tot geborgen, nachdem Spürhunde angeschlagen hatten.
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„Alles erinnert an das Unglück“
Das Paar lebte im ersten Obergeschoss des explodierten Hauses am Siepensteg, an dem gestern der Abriss des Anbaus begann. Die Rückfront war bei dem Unglück quasi zerfetzt worden. Unter den Trümmern lagen die 17-Jährige und der 22-Jährige sowie der Bewohner (45) des Wohnung im hinteren Teil des Erdgeschosses, der nur noch tot geborgen werden konnte. Seine Obduktion hatte ergaben, dass er von herabfallenden Gebäudeteilen erschlagen wurde.
Gleich nach der Detonation hatte die Polizei mit der Spurensuche begonnen. Sie dauerte vor Ort bis Montagabend. Untersucht wurden Ventile, Leitungen, der Austritt von Chemikalien, die Art der Beschädigungen im Haus und vieles mehr. Alleine dafür waren 45 Spurensucher im Einsatz. In dem Schutt und den Trümmern zu rekonstruieren, was genau passierte, sei schwierig gewesen, sagt Theveßen.
Auch nicht leicht gestalten sich nun die Abrissarbeiten. Denn in den Hinterhof, in dem die Rückrfront des Anbaus abgesprengt wurde, kann kein schweres Gerät fahren. So musste ein Kran angefordert werden. Über eine Gondel am Seil werden nun die Trümmerteile per Hand von der Straßenfront Siepensteg über das betroffene Haus hinweg abgetragen. Die Arbeiten sollen bis Donnerstag dauern.
Alle Nachbargebäude des Unglückshauses sind schon seit Tagen für die Bewohner wieder freigegeben worden. Doch noch lange sind nicht alle Schäden beseitigt. Es gibt noch Risse in den Wänden. Und einige Fenster, die bei der Explosion aus dem Rahmen sprangen, sind erst provisorisch repariert. Angenehm sei es in den Wohnungen nicht, sagt ein Anwohner. „Alles erinnere an das schwere Unglück, an den Toten und an die Verletzten.“
Viele Nachbarn standen nach der Explosion unter Schock. Zwei mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden, andere suchten Trost bei den Notfallseelsorgern, die an den Unglücksort gerufen worden waren. Der Anwohner: „Verarbeitet ist das alles noch lange nicht.“
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