Mönchengladbach: Shoppen in eiskalter Winternacht
VON ELFI VOMBERG - zuletzt aktualisiert: 21.12.2009Mönchengladbach (RPO). Klirrende Kälte konnte die Kauflaune am vierten Adventssamstag nicht vermiesen. Zumindest nicht bis 21 Uhr. Dann wurde es vielen doch zu eisig. Aber einige nutzten das "Latenight Shopping" auch bis zur letzten Minute.
"Das Motto des Samstages lautete überall: ‚Alles was wärmt', und so freuten sich insbesondere die Anbieter von warmer Winterbekleidung, Stiefeln, Mützen und Schals über gute Umsätze", sagte Dr. Peter Achten, Hauptgeschäftsführer des Einzelhandelsverbandes NRW.
Lange Einkaufslisten
Gehetzt schauten Thomas Fass und Verena Osmann auf die Uhr. "In wenigen Minuten machen die Geschäfte zu – keine Zeit", sagte Verena Osmann. Als ihr die Verkäuferin eröffnete, dass an diesem Abend "Latenight Shopping" in der Innenstadt angesagt ist, lächelten sich die beiden Kunden an.
"Was Besseres hätte uns nicht passieren können", waren sich Verena Osmann und Thomas Fass einig. Beide mussten an diesem Tag lange arbeiten, waren aber mit den Weihnachtseinkäufen für die Lieben daheim längst noch nicht fertig. Die Einkaufsliste ist um kurz vor acht noch lang.
"Vor allem können wir heute Abend noch ganz in Ruhe etwas bummeln gehen und auch nach unseren Sachen schauen: Wir brauchen noch Kleidung für den Ski-Urlaub", erklärten beide. Doch dann machten sie sich erst einmal auf zum Weihnachtsmarkt, um bei Crèpes eine Pause einzulegen.
"Jetzt können wir den Abend in der Stadt ja ganz entspannt angehen lassen", sagte Thomas Fass erfreut. Auf dem Weihnachtsmarkt war an diesem Abend kaum ein Durchkommen. Genau das richtige Glühweinwetter.
Auch Andrea Offermanns war froh über die Möglichkeit, noch lange einkaufen zu können. "Ich bin berufstätig. Nach einer Entspannungsphase und einem Glühwein kann es dann durch die Geschäfte gehen", erklärte die 48-jährige Mönchengladbacherin. Ein Blick in ihre Tüten zeigte: Ihre Lieben sollen es mit Pullover und Jacken schön warm haben. Und mit der Wahl dieser Geschenke liegt sie in diesen Tagen voll im Trend.
"Die Textilbranche hat sich über das kalte Wetter sehr gefreut. Der Absatz der Winterkleidung ist enorm", berichtete Eduard Felzen, Saturn-Geschäftsführer und Ortsvorsitzender vom Einzelhandelsverband. Insgesamt war das Wetter zum "Latenight-Shopping" jedoch nicht ideal.
"Es war einfach etwas zu kalt. Die Kundenfrequenz war insgesamt bis 21 Uhr zufrieden stellend, aber danach ist sie deutlich gesunken", sagte Felzen und ergänzte: "Außerdem ist es bedauerlich, wenn einige Händler nicht mitmachen, das gibt kein gutes Bild nach außen ab. Das Latenight-Shopping ist ein Dienstleistungsangebot am Kunden."
Insgesamt sind die Händler mit dem Weihnachtsgeschäft bisher sehr zufrieden. So konnte der letzte Samstag vor Weihnachten das Ergebnis des Vorjahres verbessern, wie Dr. Peter Achten bekannt gibt. "Jetzt liegen noch drei ganz starke Tage vor uns", meint Achten. Auch Felzen stellt sich auf Hektik ein. "Die Käufe werden zielgerichteter. Das Bummeln lässt nach", so der Ortsvorsitzende des Einzelhandelsverbandes.
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