Mönchengladbach: Sicher in den Urlaub
VON GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 05.07.2008Mönchengladbach (RPO). Die Sommerferien sind die Hauptreisezeit für viele Familien. Für „Langfinger“ beginnt damit die Hochsaison. Kriminalhauptkommissar Achim Deußen gibt Tipps, wie man sich vor Einbrechern und Dieben schützen kann.
Wohnungseinbrüche
2006 gab es 644 Wohnungseinbrüche
2007 waren es 562
Einbruchsarten Die meisten Einbrecher kommen durch die Tür. Entweder hebeln sie die Eingangstür oder die Terrassentür auf. Im Sommer 2007 war das bei 75 Prozent aller Einbrüche der Fall. 20 Prozent der Täter verschafften sich über ein Fenster Zugang zur Wohnung. Deußen: „In allen Fällen standen die Fenster auf Kipp.“
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„Guten Tag, Sie sind mit dem Anrufbeantworter von Familie Schmitz verbunden. Leider sind wir zurzeit im Urlaub. . .“ Oh, oh, solche Ansagen sind aus Sicht der Polizei ein großer Fehler. Denn sie signalisieren dem Einbrecher: Hier hast du freie Bahn und kannst ungestört zulangen. „Es kommt häufig vor, dass Langfinger Kontrollanrufe starten, um die Lage auszubaldowern“, sagt Kriminalhauptkommissar Achim Deußen. Es seien oft die ganz banalen Dinge, die in der Hektik des Kofferpackens und der Vorfreude auf den Urlaubsort vergessen oder nicht beachtet werden. Aber genau die können wichtig sein. Damit nach dem Urlaub nicht die böse Überraschung droht, sollten folgende Tipps beachtet werden.
Im und am Haus
Wohnungen dürfen nicht verlassen aussehen Rollläden, die auch tagsüber unten sind, und überquellende Briefkästen sind eindeutige Indizien für eine längere Abwesenheit. Deshalb: Zeitungen und Brötchen abbestellen. Zeitschaltuhren für Rollläden, Lampen oder Radios einstellen. Oder den Nachbarn bitten, nach dem Rechten zu schauen. Tipp: Wenn Zeitschaltuhren zum Einsatz kommen, sollte die Familie nebenan informiert sein. „Wir haben schon einmal mit mehreren Polizeiautos vor einem Haus gestanden, weil der Nachbar uns gesagt hatte, dass er in der Wohnung Geräusche gehört habe, die Bewohner aber im Urlaub seien“, berichtet Deußen. Die Geräusche kamen vom zeitschaltuhr-betriebenen Radio.
„Auch ein hochgewachsener Rasen vor der hinteren Terrassentür gibt Einbrechern schon einmal den Hinweis: Hier ist niemand zu Hause. Deshalb sollte man kurz vor der Abfahrt noch einmal mähen.“ Nachbarschaftshilfe bewährt sich immer. Hilfreich ist zum Beispiel, wenn der Mann von nebenan während der Anwesenheit öfter einmal sein Auto in der Garageneinfahrt der Vereisten parkt. Keine Einstiegshilfen bieten Im Garten sollten keine Leitern liegen. Klingt logisch, passiert aber oft. Auch Stapelstühle sind für Einbrecher eine ideale Kletterhilfe. Gartengeräte wegräumen. Mit einer großen Heckenschere lässt sich beispielsweise sehr leicht eine Tür aufhebeln. Außensteckdosen ausstellen, damit der Einbrecher keine elektrischen Geräte anschließen kann. Wertsachen verschließen Schmuck und andere wertvolle Dinge sollten nach Möglichkeit in einem Wandtresor verschlossen werden. Eventuell bei der Bank einen Safe mieten. Außerdem Wer mit dem Auto in den Urlaub fährt, sollte den Wagen nicht längere Zeit vollgepackt vor der Haustür stehen lassen. Denn auch daraus ziehen Einbrecher ihre Schlüsse.
Auf der Fahrt
Das Auto ist kein Tresor Wertgegenstände nicht im Wagen liegen lassen. Auch wer nur kurz aussteigt, sollte den Zündschlüssel abziehen. Immer auf belebten Plätzen parken. Vorsicht vor Trickdieben Es gibt zahlreiche Maschen von Betrügern, um die Insassen aus dem Auto zu locken. Eine davon ist, den Wagen leicht zu beschädigen. Die meisten steigen aus, um sich die Beule anzuschauen. Oft ist der Wagen dann futsch. Wertsachen am Körper tragen Diebe lieben Rucksäcke, weil ihre Träger hinten keine Augen haben. Deshalb Wertsachen lieber im guten alten Brustbeutel verstauen oder in den Hoseninnentaschen. „Früher hatte der Familienvater alles bei sich: Pässe, Kreditkarten, Bargeld“, sagt Achim Deußen. Das sollte man heute lieber nicht mehr so machen. Besser ist es, wenn auch der Partner einen Teil trägt, damit im Fall eines Diebstahls nicht alle wichtigen Unterlagen weg ist. Keine Adresse verraten Am Gepäck sollten keine Anhänger mit sichtbaren Heimatadressen hängen. Auch am Flughafen oder Bahnhof lauern Einbrecher auf Opfer.
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