Mönchengladbach: Sie sind die Härtesten
VON NADINE FISCHER - zuletzt aktualisiert: 15.06.2009Mönchengladbach (RPO). Hände zittern, Blut fließt, Haare kleben: Der Wettkampf "Härtester Feuerwehrmann der Welt" verlangt viel. Zum Beispiel, dass sie mit einer 30 Kilo schweren Ausrüstung auf ein zwei Stockwerke hohes Gerüst klettern.
In ihrer 30 Kilo schweren Ausrüstung quält sich Katharina Bauernschmidt ein zwei Stockwerke hohes Gerüst hinauf. Dabei trägt die 19-jährige zierliche Feuerwehrfrau zwei 15 Kilo schwere Kanister. Oben zieht sie zwei 25-Kilo-Schläuche an einem Seil hoch, läuft wieder runter und schleppt sich ins Ziel. Da steht sie nun auf dem Gelände des Elisabethkrankenhauses in der Mittagssonne. Die Hände zittern, über den rechten Ringfinger läuft Blut, die langen braunen Haare kleben an den Schläfen. Der Wettkampf "Härtester Feuerwehrmann der Welt" (Toughest Firefighter Alive), verlangt Katharina Bauernschmidt einiges ab, doch sie lächelt. Zwar landet sie am Schluss auf einem der hinteren Plätze. Aber "ich bin mit mir zufrieden", sagt das Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Gladbeck. Katharina Bauernschmidt war eine von gerade mal zwei Frauen, die am Samstag an den Start gingen.
Insgesamt 133 Teilnehmer kämpften um den Titel des Toughest Firefighter, seit 1999 organisiert die Berufsfeuerwehr Mönchengladbach den Wettbewerb. Sechs Feuerwehrleute traten für den Gastgeber an, bester Gladbacher war Oliver Pachhausen auf Rang 44 in der Gesamtwertung. Die Starter kamen nicht nur aus ganz Deutschland, sondern zum Beispiel auch aus England, Slowenien, Frankreich und Schweden. Vier Wettkampfstationen mussten sie alle durchlaufen, und nicht nur Katharina Bauernschmidt kam dabei gehörig ins Schwitzen. Als erstes galt es, zwei Feuerwehrschläuche etwa 80 Meter weit zu ziehen und zwei weitere Schläuche einzurollen.
An Station zwei erwarteten die Teilnehmer 100 Schläge mit dem Vorschlaghammer, ein Lauf durch eine Röhre mit 15 Kilo Kanister-Handgepäck und ein 90 Kilo schweres Schultergewicht, das über 100 Meter getragen werden musste. Von dort aus liefen sie weiter zu einer drei Meter hohen Wand und kletterten hinüber. Als nächstes kamen sie zu dem zwei Stockwerke hohen Gerüst und zum Abschluss rannten sie in Feuerwehrausrüstung 320 Stufen hinauf. Schon nach Station eins war Hauptorganisator Armin Taube klar, dass dies nicht sein Tag werden würde. "Ich hab' so steife Beine, weil ich so viel rumstand und organisiert habe", erzählte er. Dennoch stieg der 45-jährige Gladbacher nicht aus, "seit meinem fünften Lebensjahr trete ich bei Leichtathletikwettkämpfen an und habe noch nie abgebrochen", sagte Taube. Er war immer genau eine Station hinter Katharina Bauernschmidt, die zwar nicht alle Aufgaben erfüllen konnte, aber sich wie Taube bis zum Ende durchbiss. "Im nächsten Jahr komme ich gerne wieder", sagte sie.
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