Mönchengladbach: Sieben Tipps für den Jubel-Korso
VON GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 07.05.2008Mönchengladbach (RPO). Wenn die Borussia heute ihren Aufstieg besiegelt, darf das Rundum-Freudentaumel-Paket erwartet werden – Autokorso inklusive. Doch Vorsicht. Das Fahnenschwenken im offenen Wagen kann auch gefährlich werden.
Sieben goldenen Regeln, wie‘s mit der Jubel-Rundfahrt klappt.
1. Angemessene Geschwindigkeit Grundsätzlich gilt die Straßenverkehrsordnung auch für den Autokorso. Ratsam ist, etwas langsamer zu fahren als gewohnt. Ein geringes Tempo gewährleistet nicht nur, dass die Fahne nicht vom Fahrtwind aus der Hand gerissen wird, auch die Frisur wird es danken. Zu langsam zu fahren, ist allerdings auch gefährlich. In Bremen wurde eine Hochzeitsgesellschaft wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und Nötigung angezeigt, weil sie mit 30 km/h in Zweierreihen über die Autobahn fuhr.
2. Nicht zu weit hinauslehnen In Deutschland herrscht Gurtpflicht. Wer mit dem kompletten Oberkörper aus dem Fenster hängt oder gar aufrecht im Cabrio steht, wird in Erklärungsnot geraten, wenn die Polizei das Auto anhält. Die Ausrede „Ich war gerade dabei, mich anzuschnallen“ glaubt kein Mensch von einem, der auf der Motorhaube liegt. So etwas sollte sowieso kein Fußballfan machen. Das HaubenLiegen ist der leichtbekleideten Stöckelschuh-Fraktion vorbehalten.
3. Nur mit Führerschein ans Steuer Hört sich logisch an. Die Regel wurde aber nachweislich schon missachtet. Nach dem erfolgreichen WM-Viertelfinalspiel der Deutschen vor zwei Jahren setzten sich ein 15- und ein 16-Jähriger abwechselnd ans Steuer und fuhren im Autokorso in Gronau mit. Den Zweitschlüssel zum Wagen hatten sie schon vor Wochen geklaut. Als die Polizei sie erwischte, stellte sie fest, dass der 15-Jährige auch noch alkoholisiert war. Wobei wir bei der nächsten Regel wären.
4. Kein Alkohol Da kennen die Ordnungshüter keinen Spaß. Fußball-Fans sollten eine Entscheidung treffen: mit Sekt zu Hause feiern oder mit Selters im Autokorso fahren. Als Deutschland 1990 Weltmeister wurde, erwischte die Polizei in einer Nacht mehr Alkoholsünder als in der kompletten Karnevalssession.
5. Vorsicht beim Fahnenschwenken Denken Sie an die Größe Ihres Wink-Instruments. Selbst der größte Fohlen-Fan sieht es nicht so gerne, wenn ihm als Fußgänger von einer vorbeifahrenden Fahne die Füße weggerissen werden. Da hilft auch nicht, wenn der Wimpel grün-weiß-schwarz ist.
6. Nicht zu doll hupen Im Straßenverkehr darf nur aus triftigem Grund gehupt werden, also zum Beispiel, wenn ein Autofahrer einen anderen auf eine Gefahr aufmerksam machen möchte. Erklären Sie das mal einem Polizisten: „Ich habe 300-mal gehupt, weil mein Hintermann andauernd zu nah auffuhr, und der Vordermann mehrere leere Bierdosen auf die Straße geworfen hat.“ Also merke: Wenn schon laut, dann lieber das Borussia-Lied singen.
7. Nicht über rote Ampeln fahren Zu gefährlich und auch zu teuer. Für die 75 Euro Bußgeld sollte man sich lieber zwei Tickets für die Erste Liga sichern. Und die drei Punkte kann die Borussia auch besser gebrauchen.
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