Mönchengladbach: Skandal-Künstler baut finsteren Tunnel
zuletzt aktualisiert: 19.09.2008 - 13:16Am Museum Abteiberg will der Rheydter Künstler Gregor Schneider einen neuen Zugang bauen lassen: einen fast 70 Meter langen, abgeknickten schwarzen Tunnel mit 14 Quadratmeter großem, trichterfömigem Eingang.
Der ist von der Rasenfläche an der Abteistraße aus anzulegen, wird in das "Kaffeezimmer" aus dem Schneiderschen Elternhaus führen, das der Künstler selbst "Totes Haus UR" nennt. Der karge Raum mit Kaffeetisch und Küchenbord gehört bereits dem Museum: als Gabe des Landes NRW und der Kunststiftung NRW. Für das Haus UR wurde Schneider 2001 bei der Biennale in Venedig mit dem Goldenen Löwen geehrt.
Dass nun auch der neue Zugang gebaut werden kann, ist vornehmlich der Großzügigkeit des Initiators zu verdanken. Bis zu 150.000 Euro ist Gregor Schneider bereit, aus eigener Tasche für das Projekt zu spenden.
Sterbenden ausstellen
Im April hatte Gregor Schneider mit seiner Ankündigung, einen todkranken Menschen zu einem Ausstellungsstück zu machen, für heftige Diskussionen gesorgt. Besucher könnten der Person beim Sterben zusehen, erklärte der 39-Jährige damals. Davon versprach er sich nach eigenen Angaben eine Enttabuisierung des Sterbens. Das Vorhaben sorgte für Aufsehen, wurde als geschmacklose Provokation zurück gewiesen.
Trotz Morddrohungen gegen seine Person verteidigte der Künstler sein Vorhaben weiter. Angeblich hatten sich bereits Leute gemeldet, die Interesse an einer Teilnahme seines Projekts hätten. Wenn sich letztlich jedoch niemand für das Projekt finde, könne er es "spätestens mit mir selbst realisieren", sagte Schneider.
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