Mönchengladbach: So endet das END
VON DIRK RICHERDT - zuletzt aktualisiert: 10.09.2009Mönchengladbach (RPO). Der schwarze Tunnel ist entkernt, nur noch wenige Bretter liegen auf dem Stahlgerüst, das zehn Monate ein Kunstwerk am Museum getragen hat. Nach drei Tagen ist von der begehbaren Riesen-Skulptur END von Gregor Schneider nur das Skelett übrig. Bis Freitag soll der Abbau vollzogen sein.
Leichtfüßig kraxeln schwindelfreie Monteure der Firma Nüssli auf das Gerüst. Ganz nach oben, also etwa zwölf Meter hoch, ist ihr Arbeitsplatz. Dort sind vier bis fünf Meter lange Bretter befestigt, die Reste des Holzkerns vom END, dem schwarzen Tunnel, der vor zehn Monaten für die Öffentlichkeit frei gegeben wurde.
Die Männer schrauben die Bretter ab und montieren sie, eins nach dem anderen, an den Ausleger eines roten Krans. Der hievt sie auf den Boden. Die Mehrzahl der Arbeiter des in Gießen und Roth ansässigen Ablegers des schweizerischen Bühnen- und Tribünenbauers zieht es vor, mit der hydraulisch betriebenen, fahrbaren Arbeitsbühne in luftige Höhen zu reisen, um Schrauben am Gerüst zu lösen und Stahlstreben abzunehmen.
Ersatz für zweiten Bauabschnitt
Das END, jenes schwarze, 70 Meter lange Kunstwerk aus der Ideenwerkstatt des Rheydter Künstlers Gregor Schneider, ist nicht mehr, nur das Gerüst kündet von dem Projekt eines temporären Kunstwerks, das zehn Monate als Ersatz für den nach wie vor nicht finanzierbaren zweiten Bauabschnitt des Museums Abteiberg herhalten durfte.
"Wir haben das Thema END im Kunstunterricht behandelt", erinnert sich Felix Krüppel. Der 18-jährige Schüler besucht nebenan das Humanistische Gymnasium. Wenn er auf die Baustelle blickt, sagt er spontan: "Schade, dass ich nicht durchgegangen bin; jetzt, wo es weg ist, bedaure ich schon, dass ich nicht drin war."
Ähnlich äußert sich sein Jahrgangskamerad Johannes Sonntag. "Wir haben über das END im Religions-Unterricht gesprochen", berichtet er. Die Gerüste und Bretter gehören Nüssli. "Wir bringen die Materialien wieder in unser Lager", informiert Bauleiter Henning Rieche.
Die schwarze Kunststoff-Verkleidung allerdings hat die Firma an Interessierte verschenkt, die Spanplatten werden von der Mönchengladbacher Abbruchfirma Herzog KG entsorgt. "Die machen das kostenfrei für die Stadt", freut sich Museumspädagoge Uwe Riedel.
Von dem Durchbruch des Tunnelgangs ins Museumsinnere ist nichts mehr zu sehen. Der Zugang ist verschlossen. Was bleibt, ist das Fundament des END. "Dort haben wir die Möglichkeit, weitere Projekte zu verwirklichen", sagt Riedel.
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