Mönchengladbach: So will Borussia wachsen
VON RALF JÜNGERMANN, O. E. SCHÜTZ UND ANDREAS GRUHN - zuletzt aktualisiert: 21.08.2010Mönchengladbach (RPO). Eine Soccerhalle, ein Hotel, ein Museum, ein Riesen-Fanstore und mehr Gastronomie – der Borussia-Park wächst 2012 immens. Die Tribünen sollen die Namen von Sponsoren tragen. Der Stadion-Name hingegen bleibt erhalten.
Die Bundesliga-Saison beginnt mit einem Paukenschlag. Borussia-Präsident Rolf Königs erläuterte der RP gestern das Konzept des Vereins, das mittelfristig neue Umsatzquellen erschließen soll. Und das hat es in sich: Dass Borussia ein Museum und eine Trainingshalle in unmittelbarer Nachbarschaft zum Stadion bauen will, war schon bekannt. Tatsächlich aber gehen die Pläne viel weiter. Die Halle, in der auch Borussias Jugendmannschaften trainieren sollen, wird nämlich eine Soccerhalle, die gegen Eintritt von jedermann genutzt werden kann. Das bislang eher als Gedankenspiel für die ferne Zukunft bekannte Hotel ist fester Bestandteil des Ausbauprojekts. "Wir werden das Hotel, sofern wir es realisieren sollten, mit 100 bis 120 Betten selbst betreiben", bestätigte Rolf Königs der RP.
Der Borussia-Park
Gelände 254 000 Quadratmeter (ohne Parkflächen)
Grundstücke Die Gelände MK1 und MK2 sind insgesamt 45 000 Quadratmeter groß, das grundstück MK3 9643 Quadratmeter.
Mehr Platz für Reha-Bereich
Deutlich mehr Platz bekommen das Medicoreha (2000 statt bisher 750 Quadratmeter), der Fanshop (400 Quadratmeter, bisher 250) und der Gastronomiebereich. Alle drei sollen für zusätzliche Einnahmen sorgen. Langfristig könnte der Reha-Bereich noch um ein Ärztehaus ergänzt werden. Da auch noch ein 800 Quadratmeter großes Museum gebaut wird, braucht Borussia mehr Platz als bisher öffentlich bekannt. Zu den knapp 45 000 Quadratmeter großen Flächen MK 1 und MK 2 hat Borussia jetzt auch noch die Option auf die knapp 10 000 Quadratmeter große MK 3. "Die werden wir auf jeden Fall brauchen", sagt Königs. Damit wird auch keine Großdisco direkt an das Stadion heran gebaut. Die war genau auf dieser Fläche vorgesehen, kann aber an anderer Stelle im Nordpark entstehen. All dies soll aus Kostengründen in einem Rutsch gebaut werden. Baustart wird frühestens nach der Frauenfußball-Weltmeisterschaft sein. "Wir tun das alles, um zusätzliche Einnahmemöglichkeiten zu erschließen, damit wir mehr Geld in die Mannschaft stecken können", sagte Königs.
Derweil ist der Verein offenbar davon abgerückt, den Stadionnamen zu vermarkten. "In der heutigen wirtschaftlichen Situation einen Partner mit einem Zehn-Jahres-Kontrakt zu den Konditionen, die wir uns vorstellen, zu finden, ist nicht einfach", erklärte Königs. "Wir werden den Stadionnamen nicht für eine kurze Zeit weggeben." Im übrigen hat sich der Name Borussia-Park etabliert, und das freut uns sehr." Stattdessen sollen die einzelnen Tribünen vermarktet werden. Diese sollen dann den Namen eines Unternehmens bekommen.
Weitreichende Änderungen könnte es langfristig auch im Stadion selbst geben, wenn Borussia die volle Kapazität der Arena ausnutzen will. Damit 60 000 Zuschauer im Borussia-Park Platz finden, könnte aus der Südtribüne eine Stehplatztribüne werden. Ob und wann die Sitzschalen verschwinden, ist noch nicht entschieden.
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