Mönchengladbach: So wird das Haus wetterfest
VON BIRTHE ROSENAU - zuletzt aktualisiert: 31.05.2008Mönchengladbach (RPO). Wind und Wasser sind die größten Bedrohungen für Gebäude in Gladbach. Gegen Naturkatastrophen und Jahrhundertregen sind auch Baukonstrukteure machtlos. Dennoch können Sie einiges dafür tun, dass nicht jeder Starkregen gleich finanziell Spuren hinterlässt.
Die Regenspende
Mittelwert Beim Hausbau in Gladbach gehen Konstrukteure von einer so genannten „mittleren Regenspende“ von 247 Liter pro Sekunde und Hektar über einen Zeitraum von 15 Minuten aus.
Jahrhundertregen Er wäre nach dieser Berechnung beim Niederschlag von 537 Liter pro Sekunde und Hektar in 15 Minuten erreicht.
Donnerstag regneten etwa 277 Liter pro Sekunde und Hektar nieder, allerdings 30 Minuten lang. Ein „halber Jahrhundertregen“?
Rund 1000 Mal sind Feuerwehr und Polizei in den vergangenen beiden Tagen in Mönchengladbach ausgerückt. Der Grund waren häufig vollgelaufenen Keller. Wie Sie Ihr Haus vor Unwettern schützen können, sagen Handwerker aus Mönchengladbach.
Wasserdicht Am wichtigsten ist es, da sind sich die Experten einig, das Haus gegen Wasser-Rückstau zu sichern. „Denn wenn, wie am Donnerstag, die Kanaldeckel hochfliegen, dann gibt es einen Rückstau in den Kanälen, und dann laufen auch die Keller voll“, erklärt Dr. Karl Bühler, Obermeister für Bauhandwerk und Gutachter für Schäden in der Bausubstanz. In vielen Fällen lässt sich das durch eine Rückstausenke mit einem Verschluss vermeiden.
Heute ist diese Vorrichtung in jedem Neubau Vorschrift. „Aber in alten Objekten fehlen sie schon mal, meist aus Kostengründen“, sagt Peter Schild, Sachverständiger für Installationen und Heizungsbedarf. Dabei kann eine Rückstausenke schon für 500 bis 1000 Euro nachgerüstet werden. Wichtig ist jedoch auch die regelmäßige Wartung, mindestens einmal im Jahr. „Bei solchen Wassermassen wie am Donnerstag kann man jedoch baukonstruktiv wenig machen“, schränkt Bühler ein. Das sei eben ein „Jahrhundertereignis“.
Windfest Neben dem Wasser ist in unseren Breitengraden der Wind die größte Bedrohung für Gebäude. „Das komplette Dächer wegfliegen, passiert eher selten“, sagt Karl Bühler. Bei der Konstruktion des Daches seien bereits Sicherheiten eingerechnet. Einzelne Ziegel können sich jedoch bei einem Sturm schon mal lösen. Daher gilt die Faustregel: Je schwerer die Ziegel, desto schwerer hat es der Wind, sie vom Dach zu fegen. Außerdem gibt es die Möglichkeit, einzelne Ziegel zu verklammern und so für mehr Stabilität zu sorgen.
Unerschütterlich Um Erdbeben müssen sich die Gladbacher laut Bühler hingegen wenig Sorgen machen. Denn die Stadt gehört nicht zu der Rheinschiene, auf der es schon einmal eher wackelt. „Außerdem bauen wir heute unsere Häuser so ,gelenkig’, dass selten etwas passiert“, so Bühler. Selbst beim letzten stärkeren Beben im Jahr 1992 habe es laut Bühler daher in Mönchengladbach kaum Schäden gegeben.
Wenn das Unwetter naht: Schließen Sie Fenster und Türen, fahren Sie Jalousien und Markisen ein, sichern Sie alle losen Gegenstände im Freien. Wenn auch Starkregen angekündigt ist, überprüfen Sie Rückstauventile und Bodeneinläufe auf Funktion und Sauberkeit.
Nach dem Unwetter: Nasse Keller müssen unbedingt professionell getrocknet werden, damit Schimmel und Bakterien keine Chance haben. Ist der Keller nur ein wenig feucht, können Sie sich zum Beispiel im Baumarkt einen Bautrockner leihen (etwa 15 Euro pro Tag). Frank Nießen, Sprecher von der Berufsfeuerwehr, warnt zudem davor, Elektrogeräte, die nass geworden sind, wieder einzuschalten. Sie könnten zu brennen anfangen. Auch sollten Sie kontrollieren lassen, ob Ihr Öltank noch fest verankert ist.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum





