Mönchengladbach: Sparideen treffen Rheydt
VON MICHAEL BRÖCKER - zuletzt aktualisiert: 10.10.2007Mönchengladbach (RPO). Die Sparliste der Unternehmensberatung Rödl & Partner ist fertig. 84 Maßnahmen sollen schon im nächsten Jahr 18 Millionen Euro bringen. Darunter: das Aus für das Theater und die Schließung von vier Grundschulen.
Bis zuletzt wird verhandelt, gerechnet und gestrichen. Noch bis Freitag will die Unternehmensberatung Rödl & Partner weitere Einsparungen beim Personal prüfen. Sonst ist der Maßnahmenkatalog zur Sanierung des Gladbacher Haushalts allerdings fertig. Die Sparliste, die der RP vorliegt, beziffert 84 Maßnahmen, die schon im nächsten Jahr 18,4 Millionen Euro einsparen sollen . Ein erster Überblick. Kultur Der finanziell dickste Brocken und das politisch heißeste Eisen ist die Schließung des Theaters in Rheydt: Einsparvolumen: 12 Millionen Euro.
Außerdem: Die Musikschule soll Gebühren für Kurse erhöhen (280 000 Euro) und Personal einsparen (290 000 Euro). Die Stadtbücherei Rheydt soll ebenso geschlossen werden wie die Rheydter Filialen der Volkshochschule und der Musikschule (150 000 Euro). Die Büchereien sollen ihr Angebot einschränken und die Öffnungszeiten zurückfahren (540 000 Euro). Die Marketinggesellschaft soll auf eigene Konzertveranstaltungen verzichten (167 000 Euro). Schulen Die vier Grundschulen Broich, Günhoven, Anton Heinen und Damm sollen geschlossen werden. Sparziel: 700 000 Euro. Soziales Rödl & Partner schließt sich dem Regierungspräsidenten an.
Die Elternbeiträge für Kindergartenplätze müssen rauf (Mehreinnahmen 450 000 Euro). 77 Spielplätze könnten geschlossen werden (168 000 Euro). Einsparungen bei der Grundsicherung für Hartz-IV-Empfänger sollen den Hauptteil der Sparoperation im Sozialbereich liefern. Gesamtvolumen der Einschnitte: 4,5 Millionen Euro. Tochterunternehmen Die städtischen Wohnungsbautöchter GWSG und Kreisbau sollen mehr Geld an die Stadtkasse ausschütten. Ziel: 1,2 Millionen Euro. Sport Die Zuschüsse für die Sportvereine sollen spürbar reduziert werden (230 000 Euro). Für die öffentlichen Sportanlagen schlagen die Berater Gebühren vor (280 000 Euro), das städtische „Sportzentrum für betagte Bürger“ soll aufgegeben oder an einen Verein übertragen werden (153 000 Euro).
RWE-Aktien Die Unternehmensberater empfehlen eine Überprüfung des Bestands (derzeitiger Wert rund 150 Millionen Euro). Falls städtische Kredite mit höheren Zinsen bezahlt werden müssen als die Rendite aus den Aktien (zuletzt vier Prozent) hergibt, sollten die Wertpapiere verkauft werden. Personal 2008 sollen bei der Stadt weitere 43 Stellen wegfallen, bis 2011 erhöht sich die Zahl auf 67. Und sonst? Die Berater haben sich bis ins kleinste Detail vorgearbeitet. Ein Vorschlag: Gratulationsschreiben abschaffen.
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