Mönchengladbach: SPD entsetzt über Bude
VON RALF JÜNGERMANN UND DIETER WEBER - zuletzt aktualisiert: 11.05.2010Mönchengladbach (RPO). Die Nachricht, dass Oberbürgermeister Norbert Bude in die Landesregierung wechseln könnte, sorgt für erhebliche Unruhe. Die Ampel bangt um ihre Existenzgrundlage. Und die CDU wittert eine unverhoffte Chance.
Zwei Worte in der Rheinischen Post haben ein kleines politisches Beben ausgelöst. "Kein Kommentar" sagte Oberbürgermeister Norbert Bude auf die Frage, ob er sicher sei, noch in einem Jahr Mönchengladbacher Oberbürgermeister zu sein.
Seit drei Monaten ist es ein offenes Geheimnis, dass SPD-Spitzenkandidatin Hannelore Kraft Bude nach Düsseldorf holen möchte. Ob es dazu kommt, werden die komplizierten Koalitionsverhandlungen zeigen. Doch allein die Tatsache, dass sich Bude, wie die RP erfuhr, ernstlich mit der Frage beschäftigt, alarmiert die Mönchengladbacher Sozialdemokraten. Ein Weggang Budes könnte die Ampel kippen.
"Da ist mächtig Stunk"
Schon am Wahlabend war vielen aufgefallen, dass Bude sich im Rheydter Rathaus vor allem hinter den Kulissen aufhielt und weder die Nähe des Landtagskandidaten Hans-Willi Körfges noch die des Fraktionsvorsitzenden Lothar Beine suchte. Ein führender Sozialdemokrat bestätigte gestern hinter vorgehaltener Hand: "Da ist mächtig Stunk im Moment." Was sich schon an den Aussagen derer ablesen lässt, die sich offiziell äußerten.
Der Fraktionsvorsitzende Lothar Beine sagte: "Er ist für sechs Jahre als OB gewählt. Und da hoffe ich nicht nur, ja, ich erwarte es auch, dass er die Aufgaben erledigt, die hier anliegen." Horst-Peter Vennen, Planungsexperte der SPD, drückt es so aus: "Wenn wir uns alle zusammen vorgenommen haben, gute Arbeit für die Bürger zu machen, muss man zusammenbleiben.
Dies gilt auch für den OB. Ich werde ihm bei passender Gelegenheit dazu meine Meinung sagen." Ein einflussreicher Sozialdemokrat warnt: "Auch wenn so ein Angebot ehrenvoll ist: Das muss er um Gottes Willen sein lassen. Der Wähler würde das als Verrat empfinden."
Folgen würde ein Abgang Budes auch für die Ampel haben. Denn die drei ungleichen Partner haben einen starken Oberbürgermeister mit SPD-Parteibuch als Kitt gebraucht, um zusammenfinden. Entsprechend hofft Karl Sasserath, dass Bude bleibt. Sollte Bude gehen, müsste ein neuer Oberbürgermeister gewählt werden. Und in der SPD gibt es auf den ersten Blick keinen einzigen Kandidaten, der aus dem Stand bei einer Wahl so erfolgreich wie Bude abschneiden könnte. Das haben die Sozialdemokraten allerdings mit der CDU gemeinsam. Die baut gerade neue Leute für den Wahltermin 2014 auf.
"Eine Wahl in diesem Jahr käme für uns sehr früh", sagt einer. Gleichwohl machten gestern die ersten Namen die Runde. Für den Fraktionsvorsitzenden Hans-Peter Schlegelmilch ist klar, dass die "CDU auch kurzfristig einen geeigneten Kandidaten finden würde". Schlegelmilch fordert von Bude ein klares Wort zu der Frage. Norbert Post sagte: "Wenn er das machen würde, wäre das Fahnenflucht. Das wäre nicht in Ordnung." Und der Bundestagsabgeordnete Dr. Günter Krings erklärte, es sei für ihn schwer vorstellbar, "dass jemand sein Mandat schon nach einem Jahr zurückgibt".
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